Phytoöstrogene wie die Isoflavonoide tragen zur Gesamtöstrogenizität in Oberflächengewässern bei. Ihr Eintrag in die Gewässer kann im Wesentlichen über drei Arten erfolgen: 1) über die Ausscheidungen von Nutztieren, welche diese Substanzen mit dem Futter aufnehmen und die Anwendung von Hofdünger auf Landwirtschaftsböden, 2) über menschliche Ausscheidungen, welche diese Substanzen mit Nahrungsmitteln aufnehmen und die Abwasserreinigungsanlagen, und 3) durch direkten Austrag aus landwirtschaftlichen Flächen vor allem beim Futterbau (aber auch der Gründüngung oder dem Ackerbau). Alle drei Pfade sind in der Schweiz schlecht oder nicht untersucht und die aktuelle Gewässerbelastung weitgehend unbekannt.
Im Rahmen dieses Projektes wird ein Oberflächengewässer-Monitoring von Isoflavonoiden durchgeführt. Das Messnetz hierzu wird aus dem vom Beauftragten geleiteten NFP50-Projekt „Environmental exposure to estrogenic mycotoxins“ übernommen. Die erhobenen Daten sollen erste wichtige Hinweise über die Quellen und das Vorkommen dieser Substanzen in unseren Fliessgewässern geben und stellen somit eine wertvolle Ergänzung dar zur bereits etablierten Zusammenarbeitsvertrag „Phytoöstrogene im Drainagewasser“ (Vertrags-Nr. 06.0042.PJ / F402-0949).