Am 11. Mai 2006 vereinbarten die drei Staatsebenen, vertreten durch das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), die Konferenz der Kantonsregierungen (KdK), die Schweizerische Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK), den Schweizerischen Städteverband (SSV) und den Schweizerischen Gemeindeverband (SGV), zusammen ein Raumkonzept Schweiz zu erarbeiten. Ziel war, ein Dokument zu formulieren, das ihnen als Bezugspunkt für ihre jeweilige Politik und als Leitfaden für Wirtschaftsakteure und die Zivilgesellschaft dienen sollte. Das Raumkonzept sollte zu einer nachhaltigeren Raumentwicklung führen, welche die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz stärkt, den Zusammenhalt der Landesteile und einen sparsamen Umgang mit der knappen Ressource Boden fördert .
Zur Erarbeitung des Raumkonzeptes Schweiz wurden eine technische Arbeitsgruppe und eine politische Begleitgruppe je mit Vertretern und Vertreterinnen der drei Staatsebenen gebildet. Die Partner der Vereinbarung nominierten die Mitglieder der beiden Gruppen. Die technische Arbeitsgruppe, die sich seit Oktober 2006 mehrmals pro Jahr zu ein- bis zweitägigen Workshops traf, diskutierte vom ARE unterbreitete Vorschläge für das Raumkonzept und erarbeitete Stellungnahmen zuhanden der politischen Begleitgruppe. Die politische Begleitgruppe diskutierte und verabschiedete die Resultate der verschiedenen Arbeitsphasen.
Damit das Raumkonzept Schweiz nicht allein die Angelegenheit von Spezialisten und Politikern blieb, wurden 2007 und 2008 in verschiedenen Regionen der Schweiz an Foren jeweils rund 50 bis 80 regionale Wissens- und EntscheidungsträgerInnen dazu ermuntert, ihre Vorstellungen in den Gestaltungsprozess einzubringen. Diese Foren dienten als Bindeglied zwischen der politischen Begleitgruppe beziehungsweise der technischen Arbeitsgruppe und einer breiteren Öffentlichkeit.
2009 bis Ende 2010 wurde das Raumkonzept mehrfach substanziell überarbeitet. Am 30.08. 2010 verabschiedete die politische Begleitgruppe schliesslich das „Raumkonzept. Entwurf für die tripartite Konsultation“. Es folgten der Druck im Herbst und die Veröffentlichung mit Medienkonferenz am 21.01.2011. Gleichzeitig wurde der Entwurf in eine breite öffentliche Konsultation geschickt.
Der am 21.01.2011 publizierte Entwurf des Raumkonzepts knüpft an die „Grundzüge der Raumordnung Schweiz“ von 1996 an und präsentiert Ziele, Strategien und Empfehlungen an die drei Staatsebenen für eine nachhaltige Nutzung des knappen Guts Boden und anderer Ressourcen der Schweiz. Das Raumkonzept ist dabei als politische Grundlage sowie als Orientierungs- und Entscheidungshilfe für die raumplanerischen Aktivitäten auf allen drei Staatsebenen konzipiert. Es ist jedoch kein Konzept nach Ar. 13 RPG und somit juristisch unverbindlich.
Aufgrund der Rückmeldungen aus der Konsultation ist im Sommerhalbjahr 2011 geplant, das Raumkonzept in bewährter tripartiter Zusammenarbeit zu überarbeiten.
Die für das Projekt 06028 zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel wurden für die Konzeption, Organisation und Moderation der Foren, für die Moderation der Sitzungen der technischen Arbeitsgruppe, für die Konzeption und Erstellung der geografisch-strategischen Karten, für Übersetzungen, für die Fotografien und das Layout des Raumkonzepts sowie der dazu gehörigen Begleitmaterialien verwendet.