Die Fracht estrogen aktiver Stoffe in Flüssen ist heute nur punktuell bekannt. Dieses Wissen ist aber eine wichtige Voraussetzung für die Risikobeurteilung. Das Projekt wird eine Übersicht über die Belastungssituation in der Schweiz liefern. Wichtig ist die Erarbeitung einer Methodik, die es erlaubt, die Belastung nicht nur zu einem einzigen Zeitpunkt, sondern integrativ über eine zu wählende Zeitperiode zu messen. Dazu sollen in verschiedenen Flüssen und Flussabschnitten Passivsampler (POCIS, polar organic chemical integrative sampler) eingesetzt werden.
Neben der Erarbeitung der Methodik und einer Gesamtübersicht der Belastungssituation soll das Projekt auf folgende Fragen eingehen:
Welche Flüsse oder Flussabschnitte sind besonders belastet und welche Parameter bestimmen die Fracht an estrogen aktiven Stoffen?
Welche Umweltbedingungen (z.B. Hydrologie) spielen für die Belastung eine wichtige Rolle?
Welchen Einfluss haben Verdünnung und Abbau auf das Ausbreitungsverhalten estrogen aktiver Stoffe?
Die Resultate werden es erlauben, regionale Expositionsmodelle zu kalibrieren. Ein entsprechendes Modell ist in Ausarbeitung (vgl. Vertrag Nr. 041224/F132-1149 „Integratives Stofffluss- und Expositionsmodell für hormonaktive Stoffe“). Darüber hinaus liefert die Methodik ein Werkzeug, um die estrogene Aktivität in Flüssen zu überwachen und den Erfolg von Minderungsmassnahmen zu überprüfen.