Zu den Humanpharmaka, die sich vermehrt in der Umwelt, besonders in Oberflächengewässern, finden lassen, gehört auch eine Gruppe von Psychopharmaka, die Selektiven Serotonin Release Inhibitoren (SSRI), zB Fluoxetin® und Fluvoxamin®. Diese Stoffe greifen in das serotonerge System ein – einem der phylogenetisch ältesten Neurotransmittersysteme – und somit besteht die Möglichkeit, dass SSRIs im Wasser auch in die komplexe Regulation des endokrinen Systems von Nicht-Ziel-Organismen eingreifen. Erste Untersuchungen (siehe Vertrag Nr. 2004.H.06) zeigte, dass diese Substanzen zwar für Fische nicht akut toxisch sind, aber möglicherweise Malformationen auslösen können sowie Verhaltensänderungen bewirken. Die weiterführenden Untersuchungen sollen zu einem besseren Verständnis der Serotoninfunktion in der Eireifung von Fischen führen und somit einen verbesserten mechanistischen Einblick in die möglicherweise adversen Effekte von SSRI in der aquatischen Umwelt erlauben.
Diese Resultate sollen dazu beitragen eine Strategie zur Verminderung/Vermeidung der Belastung mit Arzneimitteln auszuarbeiten.