Der Statusbericht der Eidgenössischen Kommission für Lufthygiene (EKL 2005) empfiehlt zum Abbau von Grenzwertüberschreitungen etwa eine Halbierung der Ammoniak-Emissionen vom Stand im Jahre 2000. Angesichts dieses hohen Handlungsbedarfs gilt es, die vorhandenen Möglichkeiten zur Emissionsminderung beim Ammoniak konsequent auszuschöpfen bzw. weiterzuentwickeln.
Der Schlussbericht „Vorsorgliche Emissionsminderungsmassnahmen bei Bauinvestitionen in der Landwirtschaft“ (Zähner 2005) und der FAT-Bericht Nr. 641 „Ammoniak-Emissionen von Rindviehställen: Minderung beim Bau und Management“ (Zähner et al. 2005) bieten eine Übersicht aus der Literatur und geben erste Empfehlungen über Minderungsmassnahmen. Die Datengrundlage zur Emissionsminderung aus der Rindviehhaltung mit überwiegend frei belüfteten Stallsystemen und Laufhöfen ist jedoch gering.
Sowohl für bestehende als auch für neue Stallsysteme sind Massnahmen erwünscht, die sich ergänzen, eine hohe Chance auf Umsetzung haben und eine deutliche Emissionsminderung erwarten lassen. Es fehlen eine Bewertung des Umsetzungspotenzials und konkrete Erfahrungen mit Minderungsmassnahmen in der Praxis. Dazu zählen unter anderem Fütterungsbuchten, eine verbesserte Reinigungsqualität und der Einsatz von Ureaseinhibitoren. Voraussichtlich kann nur eine Kombination von Massnahmen zur Zielerreichung führen.
Damit einzelne ausgewählte Minderungsmassnahmen in Betrieben mit Rindviehhaltung auf Akzeptanz stossen, müssen diese im Praxismassstab erprobt, auf deren Reduktionspotenzial untersucht und die Eignung in der Praxis aufgezeigt sein. Alternativ zur Quantifizierung in der Praxis mit allenfalls hohem Versuchsaufwand kommen je nach Fragestellung auch vergleichende Messungen im Labormassstab in Frage.