Description succincte
(Allemand)
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Gesundheitliche Belastungen wie Übergewicht, Bewegungsmangel oder Stress können Personen da-zu bewegen, belastungsreduzierende Aktivitäten zu entwickeln. Es soll in dem beantragten Projekt erforscht werden, in wie fern der Wald als Raum im Rahmen solcher Aktivitäten eine Rolle spielt, in wie fern sich die Gesundheit, das (subjektive) Wohlbefinden und die Lebensqualität der betreffenden Individuen verändert und in wie fern sich der Wald als spezieller Raum motivierend auf die Aufrecht-erhaltung gesundheitsfördernder Aktivitäten und damit auf die Gesundheitsentwicklung auswirkt.
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Partenaires et organisations internationales
(Allemand)
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BE, CH, CY, DE, DK, EE, ES, FI, GR, HR, HU, IE, IT, MT, NL, NO, PL, PT, RO, SE, SI, UK
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Résumé des résultats (Abstract)
(Allemand)
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Gesundheit als Begriff bedeutet einerseits die Abwesenheit von Krankheit und Schwäche und ande-rerseits ein dynamischer Zustand des kompletten physischen, mentalen, spirituellen und sozialen Wohlbefindens (WHO, 1998). Die WHO (2006) empfiehlt täglich 30 Minuten Bewegung von moderater Intensität. Ein positiver Zusammenhang zwischen regelmässiger körperlicher Aktivität und körperlicher bzw. psychischer Gesundheit wird von vielen wissenschaftlichen Studien bestätigt (vgl. US Department of Health and Human Services, 1996; Predel & Tokarski, 2005). Die Förderung von körperlicher Aktivität ist mit der Suche nach gesunden, heilenden Standorten für deren Ausübung eng verbunden. Nach Kaplan und Kaplan (1989) besitzen natürliche Umgebungen faszinierende Elemente, welche die Menschen auf eine erholsame Weise anregen. In sechs Studien wurden die positiven Effekte körperlicher Aktivitäten in verschiedenen Umwelten dargestellt. Die erste Studie beschäftigte sich mit den Erholungseffekten von Sport in Fitnesscentern und im Wald. Ziel war es herauszufinden, ob zwischen körperlichen Aktivitäten in indoor bzw. outdoor Umgebungen ein Unterschied im Hinblick auf das Wohlbefinden und die Erholung der Sportler besteht. Parallel dazu wurde die wahrgenommene Luftqualität in indoor und outdoor Settings als mögliche Einflussvariable des Erholungsgrades untersucht. Die Resultate zeigten nach der körperlichen Akti-vität im Wald sowohl eine Verminderung der Alltagsbelastungen der Sportler als auch einer Verbes-serung ihrer geistigen Ausgeglichenheit. Demgegenüber erlebten die indoor Sporttreibenden einen signifikant höheren Stressabbau und ein signifikant höheres körperliches Wohlbefinden nach dem Training. In der zweiten Studie wurden Erholung und Stressabbau durch verschiedene Aktivitäten in Wäldern und Parks vergleichend untersucht. Damit sollte die Hypothese überprüft werden, ob moderate körperliche Aktivität in einer Grünanlage eine positivere Auswirkung auf das Wohlbefinden hat, als ein Aufenthalt im Grünraum mit geringerer körperlicher Anstrengung. Es ergab sich beim Erholungsgrad, differenziert nach den beiden Standorten Wald und Park, kein signifikanter Unterschied. Bei einer Kombination von Sport und Grünraum ist der Erholungseffekt am bedeutensten. Das heisst, dass die Teilnehmer sich nach der sportlichen Aktivität signifikant weniger gestresst und signifikant ausgeglichener fühlten im Vergleich zu vorher. Die Resultate zeigen, dass Wälder und Parks zur Erholung und zum Ausgleich von alltäglichen Belastungen geeignete Refugien darstellen. Die dritte Studie, deren Design und Ergebnisse bislang noch nicht publiziert wurden, verglich die Erholungseffekte von zwei ausgesuchten Aktivitäten in Wäldern und Parkanlagen. Im Vergleich zum Spazieren gehen ist Joggen mit intensiverer körperlicher Aktivität verbunden. Vor diesem Hintergrund wurde analysiert, ob die Jogger in höherem Masse Stress abbauen als die Spaziergänger. Im Weiteren wuden im Rahmen einer studentischen Gruppenarbeit mit dem Titel Indoor- vs. Out-door-Sport - Beweggründe, in einem Fitnesscenter zu trainieren mittels selbstkonstruiertem Frage-bogen Fitnesscenterbesucher zu ihrem indoor und outdoor Sportverhalten befragt. Die Resultate zeigten, dass Gesundheitsförderung aus Eigeninitiative, ein Ausgleich zum Alltag und Freude an der Aktivität statistisch signifikante Beweggründe für sportliche Aktivität darstellen. Die Mehrheit der Befragten geht gerne ins Fitnesscenter, weil verschiedene Dienstleitungen, die rund um den Sport angeboten werden, möglichst bequem erreichbar bzw. nahe beieinander sind. Zeitersparnisse und Wetterunabhängigkeit werden vermehrt als Hauptgrund für Indoorsport genannt, während beim Outdoorsport die Freiheit und die Natur im Vordergrund stehen. Aufgrund der Resultate ist es den Befragten wichtig, aktiv etwas für die eigene Gesundheit zu tun, einen Ausgleich zum Alltag zu finden und dabei Spass zu haben. In einer Experimentalstudie über Effekte körperlicher Aktivität auf das psychische Wohlbefinden beim indoor und outdoor Jogging zeigten die Resultate vier Hauptergebnisse: In beiden Experimentalgruppen fand eine signifikante Verbesserung des aktuellen Wohlbefindens sowie der Aufmerksamkeitsleistung nach dem Joggen statt. Die Trainingsumgebung wurde von den Joggern auf der Finnenbahn signifikant erholsamer bewertet im Vergleich zu der Gruppe auf dem Laufband. Nach dem Training indoor wurde tendenziell mehr Stress abgebaut. Demgegenüber war die mentale Ausgeglichenheit nach dem Training outdoor tendenziell höher. Schliesslich erwiesen sich in einer weiteren Studie zur Voraussage der Trainingshäufigkeit indoor im Vergleich zu outdoor unterschiedliche Prädiktorvariablen von statistischer und inhaltlicher Be-deutsamkeit. Die Resultate zeigten bei Personen, die Angaben zu ihrem indoor und outdoor Sport-verhalten machten, dass der Faktor Zeit, das körperliche Wohlbefinden und die Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen determinierend sind für deren Trainingshäufigkeit in einem Fitnesscenter. Wenn es darum geht den Sport auszuüben, der persönlich Spass macht, in einer Umgebung, mit der man sich identifizieren kann, um sich dabei auch mental erholen zu können, trainieren die Befragten häufiger outdoor. Dabei zeigten sich eine ländliche Wohnumgebung und ein schneller Zugang zum Trainingsort als statistisch signifikante und die Trainingshäufigkeit beeinflussende Kon-textvariablen. Naturbelassene sowie gestaltete Landschaften, wie z.B. Wälder, Wiesen, Parkanlagen oder Gewässer bieten aufgrund der Ergebnisse ideale Bedingungen für körperliche Bewegung und Erholung. Eine 'heilende' Leistung durch die Qualität der naturbelassenen und gestalteten Landschaften kann allerdings nur dann erbracht werden, wenn der Einzelne und die Gesellschaft ein diesbezügliches Bewusstsein entwickelt und die existierenden Grünräume trotz einer stark dominierten Umgebung erkannt und auch zur Erholung genutzt werden.
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