In diesem Projekt soll mit serologischen Methoden und in ausgewählten Beständen mit Virusnachweis-Methoden die Prävalenz der Pestivirus-Infektionen Border Disease und BVD bei Schafen in der Schweiz bestimmt werden. Für die Bestimmung der Seroprävalenz ist die Stichprobe, die im Rahmen der offiziellen Stichprobenuntersuchung 2006 für Brucella melitensis bei Tieren erhoben wird, die länger als 12 Monate im Betrieb sind, sehr gut geeignet. Diese Stichprobe, die aus rund 12'000 Proben von Einzeltieren aus 800 Beständen besteht, erfüllt die Anforderung einer zufälligen, schweizweiten Auswahl von Betrieben. Anhand der gesamten Stichprobe soll mittels BVD-ELISA die Pestivirus-Seroprävalenz bei Schafen ermittelt werden. Aus Betrieben mit seropositiven Tieren sollen anschliessend positive Proben zur näheren Bestimmung der Border-Disease- resp. BVD-Virus Spezifität ausgewählt werden. Bei Betrieben mit hoher Herdenprävalenz sollen bei Jungtieren zusätzliche Proben für Virusnachweis und Genotypisierung des Isolats erhoben werden. Bei allen Betrieben soll mittels Fragebogen erhoben werden, ob es sich um gemischte Betriebe (Rinder, Ziegen) handelt und/oder ob die Tiere zusammen mit Rindern geweidet oder gealpt werden.
Ausserdem wird gezielt erfragt, ob in den Betrieben in der Vergangenheit bei Lämmern klinische Probleme festgestellt wurden, die auf Border Disease hinweisen, wie Kümmern, struppiges Vlies und Muskelzittern (“hairy shaker“). Bei Ziegen wird ein Teil der CAE-Sichprobe 2005 verwendet, um die Pestivirus-Seroprävalenz abzuschätzen. Bei Neuweltkameliden soll in Zusammenarbeit mit der Wiederkäuerklinik in Bern eine Prävalenzschätzung erfolgen.