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Forschungsstelle
DEZA
Projektnummer
7F-02515.04
Projekttitel
Proyecto de Apoyo al Sector Financiero Boliviano (PROFIN)

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Finanzen; Sparförderung; Zugang zum Kredit; Selbstregulierung; Allianzen zwischen regulierten und nicht regulierten Finanzinstitute.
PROFIN
Beziehungen
Ausland
Wirt.wisenschaften
Oekonometrie
Wirtschaftstheorien
Entwicklungshilfe
Politikwissenschaft
Verwaltungswissenschaft
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

1.            Kontext

Seit den 80er Jahren hat sich der Mikrofinanzsektor in Bolivien enorm entwickelt. Mit der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Krise, die Ende der 90er Jahre einsetzte, wurden die Mikrofinanzinstitutionen aber dazu gezwungen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und ihre traditionelle Arbeitsweise zu ändern, um ihre Nachhaltigkeit sicher zu stellen. Aufgrund der Charakteristika und Bedingungen des ländlichen Raums in Bolivien (starke Streuung der Bevölkerung, niedrige Produktionsrentabilität und hohes Risiko in der Landwirtschaft) ist der Zugang zu Finanzdienstleistungen begrenzt, sowohl was die geografische Abdeckung als auch die Diversifizierung der Instrumente betrifft. Trotz der wichtigen Entwicklung und Fortschritte, gerade auch der nicht regulierten Finanzinstitutionen, wird geschätzt, dass in 65% der ländlichen Gemeinden noch kein formales Finanzdienstleistungsangebot besteht.

Neben den externen Faktoren, bestehen in vielen Finanzinstitutionen auch interne Schwächen, v.a. bezüglich Management, Effizienz und finanzieller Nachhaltigkeit. Zu den wichtigsten Herausforderungen des Sektors zählen daher die Entwicklung und das Angebot von diversifizierten Finanzdienstleistungen durch nachhaltige Finanzinstitutionen. 

Projektziele
(Deutsch)

1.            Ziele

2.1.Oberziel

PROFIN trägt zur Schaffung von Beschäftigung und Einkommen bei, schwerpunktmäßig im ländlichen Raum und aufbauend auf den lokalen Potenzialen, und leistet damit einen Beitrag zur Armutsminderung.

 

2.2       Projektziel

PROFIN entwicklen innovative neue Finanzinstrumente und fördert die Entwicklung und Anpassung von Normen, um den Zugang zu diversifizierten, angepassten Finanzdienst­leistungen zu verbessern, in erster Linie für die Akteure der Produktionsketten, vor allem die Primärproduzenten des ländlichen Raums. PROFIN arbeitet dazu mit finanziell nachhaltigen und sozial verantwortungsbewussten Finanzinstitutionen zusammen.
Abstract
(Deutsch)

Zusammenfassung

Der Mikrofinanzsektor in Bolivien hat ab 1980 wichtige positive Entwicklungen durchgemacht und eine erstaunliche Reife und Wettbewerbsfähigkeit erreicht. Allerdings wurden diese positiven Entwicklungen durch die seit 1998 anhaltende Wirtschaftskrise wieder gebremst. Bolivien ist mit einem Pro-Kopf-Einkommen von USD 960 nach wie vor das ärmste Land Südamerikas und in 65% der Gemeinden im ländlichen Raum besteht weiterhin kein Zugang zu formalen Finanzdienstleistungen. Ungenügende Kommunikationsmittel, die stark verstreut lebende Bevölkerung und das hohe Risiko bei der Finanzierung landwirtschaftlicher Aktivitäten führen zu hohen operationellen Kosten bei den Finanzinstitutionen und erschweren die geografische Ausdehnung und die Diversifizierung ihrer Dienstleistungen. Herausforderungen im Sektor sind in erster Linie die Diversifizierung der Finanzdienstleistungen, v.a. durch die Entwicklung angepasster Instrumente für die Akteure der Wertschöpfungsketten, aber auch die Stärkung des Managements, der Effizienz und Nachhaltigkeit der Finanzinstitutionen.

In diesen Bereichen setzt PROFIN an, mit dem Ziel: „innovative neue Finanzinstrumente zu entwickeln und die Entwicklung und Anpassung von Normen zu fördern, um den Zugang zu diversifizierten, angepassten Finanzdienstleistungen zu verbessern, in erster Linie für die Akteure der Produktionsketten, vor allem die Primärproduzenten des ländlichen Raums. PROFIN arbeitet dazu mit finanziell nachhaltigen und sozial verantwortungsbewussten Finanzinstitutionen zusammen.“

PROFIN hat in den vergangenen Jahren ein Profil als innovatives, flexibles Team, spezialisiert auf Finanzinnovationen erlangt. Die im Juni 2005 durchgeführte Phasenrevision bestätigte diese Anerkennung im Mikrofinanzsektor, empfahl aber auch eine Konzentration der Aktivitäten durch die Anwendung klarerer Kriterien zur Auswahl neuer Instrumente und besonders zur Auswahl der Partnerinstitutionen, welche durch Ausbildung, Beratung oder Ausrüstung institutionell gestärkt werden. Ausserdem wurde empfohlen, das Monitoringsystem auszubauen, um auch Auswirkungen (outcomes) der Interventionen zu erfassen.

Im Laufe des 2005 hat PROFIN das Interesse der dänischen Kooperation, DANIDA, geweckt, deren Ziele in dieser Thematik mit den Zielen der DEZA übereinstimmen. Die vierte Phase wird somit von der DEZA und DANIDA kofinanziert, was PROFIN eine breitere institutionelle Abstützung verschafft und eine Ausweitung der Aktivitäten ermöglicht: Mit den zusätzlichen Mitteln von Seiten DANIDA wird – zusätzlich zu den bisherigen drei Aktions­linien - eine vierte Linie eröffnet, welche die Anwendung neuer Instrumente und Mechanismen in Pilotaktionen ermöglicht und welche die Entwicklung neuer Instrumente (Linie 1) in idealer Weise ergänzt.

Neben DANIDA haben auch verschiedene andere Geberagenturen Interesse an einer Zusammenarbeit mit PROFIN gezeigt. Infolge dieser positiven Signale ist in der PROFIN-Equipe der Entschluss gereift, das Entwicklungsprogramm in eine gemeinnützige Stiftung umzuwandeln. Bereits im Laufe von 2006 wird PROFIN voraussichtlich eine eigene Rechtspersönlichkeit erlangen, was die Ausführung von Mandaten anderer Finanzgeber ermöglicht. Die DEZA wird keine Verantwortung für die institutionelle oder finanzielle Nachhaltigkeit dieser künftigen Stiftung übernehmen, sondern wird – gemeinsam mit DANIDA – einen Mandatsvertrag der Stiftung PROFIN abschliessen.

Der DEZA-Beitrag für die vierte Phase beträgt CHF 2’650’000, was ca. 53% der Gesamt­kosten entspricht, der Beitrag der dänischen Zusammenarbeit USD 1’790’000. Gemäss PPP 2004 – 2008 handelt es sich bei der vorliegenden Phase um die Abschlussphase. Der endgültige Entscheid über den Ausstieg oder eine allfällige kürzere Konsolidierungsphase von 1,5 Jahren, soll auf Grund der gemeinsam mit DANIDA durchgeführten Phasenrevision Mitte 2008 und der Definition der neuen Kooperationsstrategie getroffen werden.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)

Programmentwicklung: In der ersten Phase, 1.02.97 – 31.01.98, bestand PROFIN aus einem kleinen Team und unterstützte in erster Linie die Dachorganisation der nicht regulierten Finanzinstitutionen, Finrural. Der Schwerpunkt lag auf der Finanzinnovation, wofür in erster Linie externe Berater beigezogen wurden. In seiner zweiten Phase, 01.02.98 – 31.01.03, prägte PROFIN sein eigenes Profil, baute breitere Beziehungsnetze zu ver­schiedenen Akteuren des Mikrofinanzsektors auf und gewann mehr Einfluss durch Beiträge auf der Policy-Ebene. Aufgrund seiner propositiven Fähigkeiten und seiner Flexibilität erlangte PROFIN einen guten Ruf im Mikrofinanzsektor. Die dritte Phase, von 01.2.03 – 31.12.05, schloss neben den bisherigen Aktionslinien neu auch die institutionelle Stärkung von Finanz-ONG’s mit ein (z.B. Aspekte wie Gouvernanz, Effizienz, etc.).

Im zweiten Quartal 2005 wurde eine externe Revision der Phase III durchgeführt Die Evaluatoren hoben die Beiträge von PROFIN zur Entwicklung und Anwendung neuer Produkte, zur institutionellen Stärkung sowie in strategischen Themen auf der Policy-Ebene hervor (Leasing, Klärung des Konzepts staatlicher Entwicklungsbanken). Andererseits präsentierten sie konkrete Empfehlungen für die vierte Phase des Programms: Bei allen unterstützten Aktivitäten sollen die Auswirkungen (outcomes) klarer definiert und beobachtet werden. Ausserdem wird eine stärkere Konzentration des Programms empfohlen v.a. bezüglich institutioneller Stärkung von Finanzinstitutionen. Dazu sollen klare Kriterien für die Auswahl der Aktivitäten definiert werden.

Die Anerkennung und das Profil der Spezialisierung von PROFIN haben anfangs 2005 das Interesse der dänischen Kooperation, DANIDA, geweckt und nach Analysen und Planungsmissionen hat DANIDA beschlossen, seine Unterstützung für den ländlichen Finanzsektor – Teil eines umfassenden Programms zur Stärkung der ländlichen Entwicklung - in Zukunft über PROFIN zu kanalisieren. Diese Unterstützung gibt PROFIN einerseits verstärkten institutionellen Rückhalt und ermöglicht andererseits eine Ausdehnung der Aktivitäten, v.a. in der Anwendung neuer Finanzinstrumente. DANIDA wurde ebenfalls in die Planung der vierten Phase einbezogen.

Im Laufe von 2005 reifte in PROFIN die Idee, das Entwicklungsprogramm in eine private gemeinnützige Stiftung umzuwandeln, um Zugang zu anderen Finanzgebern und Mandaten zu haben und sich über die DEZA-Unterstützung hinaus auf dem Markt zu behaupten. Verschiedene Entwicklungsorganisationen (Holland, SECO, GTZ, Belgien) haben klar signalisiert, dass sie PROFIN als einen gültigen Akteur im Finanzsektor sehen und an einer Zusammenarbeit interessiert sind. Die Umwandlung in eine Stiftung wird von der PROFIN-Equipe aktiv an die Hand genommen, die ersten legalen Schritte wurden bereits eingeleitet (ohne DEZA-Unterstützung) und spätestens im 2. Semester 2006 wird die Erlangung der eigenen Rechtspersönlichkeit erwartet. Für die Finanzierung durch COSUDE und DANIDA bedeutet das, für maximal ein Jahr, übergangsweise das „Entwicklungsprogramm PROFIN“ zu unterstützen und danach einen neuen Mandats-Vertrag – voraussichtlich in Form eines Basket Fund - mit der „Stiftung PROFIN“ abzuschliessen.