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Forschungsstelle
BAKOM
Projektnummer
2005.256.2.04-I
Projekttitel
Politische Willensbildung in der Schweizerischen Mediengesellschaft

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

Politische Kommunikation
Meinungsbildung
Repräsentationsbefragung

 

Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Befragung unter deutschschweizerischen Stimmberechtigten zur Bedeutung öffentlich-rechtlicher und privater Medienangebote für politische Entscheidungsprozesse.
Projektziele
(Deutsch)
  1. Zunächst soll die Frage beantwortet werden, welche Rolle die Nutzung von Informations- oder Unterhaltungsangeboten im Fernsehen, Radio, Internet und in Zeitungen für die politische Willensbildung spielt. Da die genutzten Medienangebote nicht von allen Rezipientinnen und Rezipienten gleichermassen wahrgenommen und verarbeitet werden, sollen  hierbei die entsprechenden Informationsverarbeitungsstrategien im Umgang mit Medien berücksichtigt werden. Damit ist die Frage gemeint, wie die Bürger mit den Medieninformationen umgehen, um sich bei aktuellen politischen Fragen eine Meinung bzw. ein Urteil zu bilden. Aufd dieser Grundlage soll eine Typologie der Medienrezeption entwickelt werden, die Aufschluss darüber gibt, wie Medieninformationen verarbeitet werden. Diese Typologie ist deshalb von Bedeutung, da bisherige Untersuchungen Typologien lediglich auf Basis von Nutzerdaten ableiten, nicht aber auf Basis des Umgangs mit den Medieninformationen. Der Umgang mit den Informationen ist aber für die demokratische Willensbildung von entscheidender Relevanz. Nur sie erlauben Aussagen sowohl über den Entscheidungsprozess als auch über die medienbedingten Faktoren, die zu Entscheidungen führen.
  2. Zum zweiten sollen emotionale Bewertungsprozesse bei der politischen Willensbildung untersucht werden. Es ist sowohl in der Forschungsliteratur als auch in der Gesellschaft die Auffassung weit verbreitet, dass sich das Pulikum aktiv mit der Berichterstattung auseinandersetzen und daraus selbstständig ihre Meinungen und Folgerungen ableiten. Dies entspricht der Vorstellung eines rationalen Entscheiders. Trotz der weitgehenden Akzeptanz dieses Konzepts, gibt es Hinweise darauf, dass nicht nur Fakteninformationen zu aufgeklärten politischen Urteilen und Entscheidungen führen, sondern auch affektive Aspekte, wie Sympathie zu politischen Entscheidungsträgern oder Emotionen. Diese Fragestellung ist deshalb interessant, da einige Untersuchungen zeigen konnten, dass beim Publikum emotionale Bewertungsprozesse sogar bedeutsamer sein können bei der demokratischen Willensbildung als rein rationale, sachliche Erwägungen.
  3. Zum dritten zielt das Forschungsprojekt auf Unterschiede zwischen Publika von öffentlich-rechtlichen und privaten Medienangeboten. In dem Zusammenhang soll das Vertrauen ermittelt werden, dass die Nutzerinnen und Nutzer den privaten und öffentlich-rechtlichen Medienangeboten entgegenbringen. Glaubwürdigkeit spielt insbesondere bei der Wahrnehmung von Informationsangeboten im Fernsehen eine entscheidende Rolle: Vertrauen ist eine, wenn nicht die wesentliche Bedingung, um Bürgerinnen und Bürger an ein Medienangebot zu binden. Vertrauen in öffentlich-rechtliche und private Medienangebote ist damit eine wichtige Voraussetzung, um eine adäquate demokratische Willensbildung gewährleisten zu können.