Mit Hilfe des Projektes „Human Reliability Analysis Applications and Methods Development“ soll der Stellenwert menschlicher Handlungen für die dynamische Risikobewertung untersucht werden. Im Berichtsjahr wurde die Methode zur Quantifizierung von Referenzfällen weiter ausgearbeitet und die dynamische Ereignisbaummethodik in einer Fallstudie angewendet.
Das erste Gebiet betrifft den Vergleich von Referenzfällen mit einer bestimmten Handlung (und deren Szenariokontext) sowie deren Quantifizierung mit Hilfe der Betriebserfahrung bezüglich Ausführungsfehler. Die Auswertung entsprechender Ereignisse führte zu einem Ansatz für die vergleichende Analyse, mit dem sich ein Ereignis auf der Grundlage von Referenzfällen einordnen lässt. Zur Beurteilung der Ähnlichkeit werden strukturierte Handlungseigenschaften abhängig von der Situation betrachtet. Auf der Grundlage dieser Betrachtungen erfolgten erste Abschätzungen der Fehlerwahrscheinlichkeiten für die Referenzfälle. Werte, die in der HRA-Methode "THERP" empfohlen werden, erwiesen sich dabei als nützliche Orientierung.
Die Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der dynamischen Risikobewertung beschäftigten sich mit der Entwicklung von Modellen und Methoden zur Nutzung der dynamischen Ereignisbaummethodik und konzentrierten sich auf eine Studie zur Anwendung auf ein Szenario mit Frischdampfleitungsbruch. Zuerst wurde festgestellt, wie in einem bestimmten Szenario Verhaltensstrategien angewendet und bei Operateurhandlungen implementiert wurden. Danach wurde abgeschätzt, wie viel Zeit für die Durchführung der einzelnen Aufgaben gebraucht wurde. Die Vorhersagen über die gesamte Durchführungszeit wurden validiert und die Studie im Hinblick auf die Identifizierung bedeutsamer Sequenzen und Gelegenheiten für Operateurfehler fertiggestellt.