Fitness Test bei der Rekrutierung der Schweizer Armee
Einleitung: Die bisherige sportliche Leistungsprüfung bei der Rekrutierung der Schweizer Armee ist zunehmend in Kritik geraten. Die unausgeglichene Auswahl der Prüfungsdisziplinen führte dazu, dass die in einer modernen Armee wichtigen Faktoren Ausdauer und Kraftausdauer sich kaum auf das Resultat auswirkten. Deshalb vergab die Armee den Auftrag, eine neue körperliche Leistungsprüfung zu entwickeln, wissenschaftlich zu überprüfen und zu implementieren. Die körperliche Leistungsprüfung soll Aussagen über die sportmotorische Entwicklung der männlichen Schweizer Jugend zulassen, Hinweise für die militärische Einteilung liefern und die wissenschaftlichen Kriterien der Wiederholbarkeit und Validität erfüllen.
Methode: Ausdauerleistungsfähigkeit, Schnelligkeit- und Schnellkraft der Beine, Schnellkraft der Arme, globale Rumpfkraft, Koordination, Bewegungsverhalten und Intention bezüglich Bewegung und Sport wurden als Komponenten des "Test Fitness bei der Rekrutierung (TFR)" festgelegt. Für jeden Bereich wurden die Wiederholbarkeit und Validität von den neuen und bisherigen Disziplinen überprüft. In der Wiederholbarkeitsstudie absolvierten 81 Rekruten im Abstand einer Woche alle Disziplinen zweimal. Um die Validität der Disziplinen zu überprüfen, absolvierten 62 männliche und 3 weibliche Rekruten im Abstand einer Woche einmal die Disziplinen des TFR und das andere Mal eine spezifische Validierungsmessung. Die Reihenfolge der beiden Tests wurde randomisiert. Die statistische Analyse erfolgte mittels Zusammenhangskoeffizienten nach Pearson. Die Durchführbarkeit des TFR wurde abschliessend an insgesamt 1704 Stellungspflichtigen überprüft.
Resultate: Die Wiederholbarkeit der Disziplinen war gut (r=0.62 in Koordination) bis sehr gut (r=0.89 im progressiven Ausdauertest und Standweitsprung). Nur mässig wiederholbar war einzig der Pendelsprint mit Aufnehmen des Stafettenstabes (r=0.47). Die Validität der Disziplinen war von gut (r=0.67 zwischen dem sitzenden Medizinballstoss und der maximalen Leistung beim Bankdrücken) bis sehr gut (r=0.90 zwischen dem progressiven Ausdauertest und dem 12-Minuten Lauf). Der Standweitsprung hat einen Zusammenhang mit der maximalen Leistung beim Squat Jump von r=0.69 und mit dem 40m-Sprint von r=-0.72. In der Befragung der Sportexperten wurden alle Disziplinen als "eher einfach" bis "einfach" durchführbar bezeichnet, mit Ausnahme des Gehens auf der Langbank, welches als schlecht durchführbar bewertet wurde.
Diskussion: Der progressive Ausdauertest, der Standweitsprung, der sitzende Medizinballstoss und der globale Rumpfkrafttest erfüllen die Anforderungen. Mit dem Standweitsprung kann die Schnellkraft und die Schnelligkeit der Beine erhoben und damit der Pendelsprint weggelassen werden. Das Gehen über die Langbank hat sich in der Praxis als ungenügend erwiesen. Es wird vorgeschlagen, eine neue Übung für das dynamische Gleichgewicht zu erarbeiten, bis dahin wird der Koordinations-Test einteilig (nur Einbeinstand) d