Bevölkerungsumfrage 2004: Teil Doping
Im Jahr 2004 führte das Bundesamt für Sport BASPO bereits zum dritten Mal eine telefonische Umfrage zum Bewegungsverhalten der Schweizer Bevölkerung durch. Ein Abschnitt innerhalb der Befragung beschäftigte sich mit der Doping-Problematik im Sport und deren möglichen Auswirkungen. Die Fragestellung betreffend Doping wird in diesem Abstract hauptsächlich dargestellt. Vorangestellt werden Abwägungen zum Nutzen oder zu den Problemen in Zusammenhang mit dem Sport, als auch Fragen zum Einfluss des Sports auf die Entwicklung im jugendlichen Alter. Des Weiteren werden die Daten auch auf verschiedene Punkte untersucht, z.B. ob Sportstars immer noch eine Vorbildfunktion ausüben.
Die Grundgesamtheit der befragten Personen bestand aus allen Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz ab 15 Jahren, die in einem Privathaushalt leben und in deutsch, französisch oder italienisch Auskunft geben konnten. Für die Befragung mit Hilfe eines vollstrukturierten Fragebogens wurden 2’114 Personen via Random-Random Verfahren zufällig mittels Computer ausgewählt und befragt. Die Befragung wurde von der Firma IHA GfK AG in Hergiswil durchgeführt.
Die hauptsächlichsten Resultate lassen sich wie folgt zusammenfassen:
· Nutzen und Probleme des Sports: 52% sehen im Sport einen grösseren Nutzen als Probleme, 11% beurteilen dies umgekehrt.
· Hauptprobleme des Sports: Auf die freie Nennung von Problemen im Sport wurde an erster Stelle Doping genannt (41%), vor Übertraining (27%) und zu viel Geld / Kommerzialisierung (24%).
· Einfluss des Sports auf die Entwicklung von Jugendlichen: 66% der Antwortenden beurteilten, dass der Sport einen sehr positiven Einfluss auf die Entwicklung von Jugendlichen hat, 32% beurteilten den Einfluss als "eher positiv" und nur 1% sah den Einfluss des Sports als "eher negativ". Bei der Beurteilung von möglichen positiven Einflüssen wurde vor allem "Teamfähigkeit", "Fairplay" und "Zielstrebigkeit, Leistungswille" erwähnt.
· Förderung der positiven Werte durch den Sport: Bei der Beurteilung, ob der Sport effektiv diese positiven Werte fördert, sind die Antwortenden wesentlich kritischer. 38% bejahen diese Frage, 33% meinen, dass der Sport dies zum Teil mache und 23% verneinen es.
· Sportstars als Vorbilder: 54% der Antwortenden beurteilen Sportstars als Vorbilder, 29% zum Teil und 16% verneinen es.
· Doping als Problem: 64% sehen Doping als "sehr grosses" Problem im Spitzensport, 31% als "eher grosses" Problem, während nur 1% Doping nicht als Problem bezeichnet.
· Zukünftige Regelung von Doping: 84% möchten Doping streng verbieten, 11% unter medizinischer Aufsicht erlauben und lediglich 2% möchten Doping ganz freigeben.
· Verantwortung für die Dopingbekämpfung: 46% sehen Athletinnen und Athleten als Hauptverantwortliche im Kampf gegen Doping. Gefolgt von den Trainern (38%), den Sportverbänden (30%) und den Sportärzten (18%).
Im Vergleich zu früheren ähnlichen Umfragen, beurteilt die Bevölkerung das Dopingproblem als grösser und möchte es strenger bekämpfen.
Dr. phil. nat. Matthias Kamber, Leiter Fachbereich Dopingbekämpfung, Bundesamt für Sport, Magglingen.
Abstract zur repräsentativen Bevölkerungsbefragung zum Bewegungsverhalten erhältlich bei Anfrage an brian.martin@baspo.admin.ch