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Forschungsstelle
ASTRA SBT
Projektnummer
ASTRA2004/012
Projekttitel
Landschaftszerschneidung Schweiz - Zerschneidungsanalyse 1885-2002 und Folgerungen für die Verkehrs- und Raumplanung
Projekttitel Englisch
Landscape fragmentation by transportation infrastructure in Switzerland: Quantitative analysis 1900-2002 and implications for traffic planning and regional planning

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Methoden
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Spezielle Geräte und Installationen
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Stand der eigenen Forschung
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Projektziele
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Forschungsplan
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Umsetzung und Anwendungen
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Berichtsnummer
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Literatur
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Landschaftszerschneidung, Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, Verkehrsplanung, Erhaltung unzerschnittener Räume, Zeitreihen, Biodiversität, Strassenwirkungen
Schlüsselwörter
(Englisch)
Landscape fragmentation, protection of natural resources, traffic planning, conservation of unfragmented areas, time series, biodiversity, ecological impacts of roads
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Die Zerschneidung von Landschaften durch Verkehrsstrecken hat zahlreiche ökologische Folgen. Sie trägt wesentlich zum Artenverlust in Europa bei (z. B. durch die Zerteilung von Populationen und die Isolation von Teilhabitaten) und beeinträchtigt Wasserhaushalt, Landschaftsbild und Erholungswert. Obwohl der Erhalt grosser unzerschnittener, verkehrsarmer Räume ein wichtiger Grundsatz in der Planung ist, hat die Landschaftszerschneidung auch in den letzten zwanzig Jahren weiter zugenommen. Umso mehr besteht die Notwendigkeit, vergleichbare Daten über den Zustand und die Entwicklung der Landschaftszerschneidung zur Verfügung zu stellen, insbesondere im Vergleich von landschaftsbezogenen Raumkategorien. Das Projekt ermittelt die Entwicklung der Landschaftszerschneidung in der Schweiz von 1900 bis 2002 (Karte der verbliebenen unzerschnittenen Räume, Zeitreihen, räumliche Vergleiche) und zeigt Trends für die künftige Entwicklung auf. Auf dieser Grundlage zieht das Projekt Rückschlüsse für die Verkehrsplanung und die Raumplanung und macht konkrete Vorschläge für die Steuerung der Landschaftszerschneidung gemäss den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung. Studien zur Landschaftszerschneidung mit derselben Methode wurden bereits in
Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen, Bayern und Sachsen durchgeführt, so dass die für die Schweiz
ermittelten Resultate hiermit verglichen werden können. Die Zeitreihen zum Grad der Landschaftszerschneidung
dienen zudem als Indikator für die Gefährdung der Biodiversität, als Nachhaltigkeitsindikator und als Grundlage für
Kurzbeschreibung
(Englisch)
The fragmentation of landscapes due to transportation infrastructure has a number of ecological effects. It
contributes significantly to the loss of species in Europe (e.g., by the dissection of populations and the isolation of
habitats) and affects the water regime, the scenery, and the recreational quality. In spite of the planning concept of
preserving large unfragmented areas, fragmentation has continued to increase during the last twenty years.
Therefore, data on the degree of landscape fragmentation and on how it has developped are neeeded that are
suitable for comparing different regions, especially according to different natural landscape types. The project
quantitatively investigates the development of landscape fragmentation in Switzerland since 1900 to 2002 (map of
the remaining unfragmented areas, time series, spatial comparisons) and identifies trends of the future
development. Based on the results, the project draws conclusions for traffic planning and regional planning and
proposes new concepts for controlling landscape fragmentation according to the principles of sustainable
development. Studies on the degree of landscape fragmentation using the same method have already been
conducted in Baden-Wurttemberg, Thuringia, Hesse, Bavaria und Saxonia which allows to compare the results
from Switzerland with the results from these regions. In addition, the time series of the degree of landscape
fragmentation are useful as an indicator for the endangerment of biodiversity, as an indicator of sustainability, and
as a foundation for setting goals in planning and politics and for proposing appropriate measures.
Methoden
(Deutsch)
Die Ermittlung der Landschaftszerschneidung erfolgt mit dem Zerschneidungsmass „effektive
Maschenweite“. Die effektive Maschenweite meff wurde an der Akademie für
Technikfolgenabschätzung in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich entwickelt (JAEGER 2000). Sie
wird im regelmäßig erscheinenden Statusbericht zur Nachhaltigen Entwicklung in Baden-
Württemberg als Indikator eingesetzt. Diese Messgrösse hat mehrere Vorteile gegenüber anderen
Verfahren (siehe Anhang 1):
• Die Methode beachtet sämtliche im „Netz“ der Infrastrukturtrassen und Siedlungsgebiete
verbleibenden Flächen und berücksichtigt sie entsprechend ihrer Grösse.
• Das Verfahren vermittelt eine rasche vergleichende Einschätzung von verschiedenen
Landschaftsräumen anhand eines quantitativen Masses und ermöglicht eine einfache Ermittlung der
Trendentwicklung durch die Angabe einer Zeitreihe für das untersuchte Gebiet (Monitoring-Funktion).
• Die Methode ist durch die systematische Überprüfung anhand von Eignungskriterien
wissenschaftlich abgesichert (JAEGER 2000).
Die effektive Maschenweite ist dafür geeignet, die Zerschneidung von Gebieten unterschiedlicher
Gesamtgröße sowie mit differierenden Anteilen an Siedlungs- und Verkehrsfläche zu vergleichen.
Die Beschreibungsidee, die der effektiven Maschenweite zugrunde liegt und sich schrittweise weiter
ausarbeiten und verfeinern lässt, lautet: Das Zerschneidungsmass ist ein Ausdruck für die
Möglichkeit, dass sich zwei Tiere der selben Art, die zufällig (und unabhängig voneinander) im
betrachteten Gebiet ausgesetzt werden, begegnen können. Je mehr Barrieren in die Landschaft
eingefügt werden, um so geringer wird die Begegnungswahrscheinlichkeit.
Die Vorteile dieser Modellvorstellung liegen in ihrer Einfachheit und Transparenz, ihrer Anschaulichkeit
als Überlebensbedingung für die Tierarten und den mathematischen Eigenschaften des
resultierenden Masses. Der Ansatz berücksichtigt die Grössen von unzerschnittenen Flächen und die
Erreichbarkeit von Flächen. Beide Faktoren beeinflussen das Extinktionsrisiko wesentlich. Für das
Überleben von (Meta-)Populationen und einen ausreichenden Genaustausch ist eine
Begegnungsmöglichkeit von Tieren derselben Art nicht nur vorteilhaft, sondern notwendig.
Der systematische Vergleich der effektiven Maschenweite mit anderen Maßen anhand von
neun Eignungskriterien zeigt, dass meff uneingeschränkt als Zerschneidungsmaß interpretierbar
ist, während die übrigen Messgrößen in ihrer Eignung mehr oder weniger stark beschränkt sind
(JAEGER 2002). meff erfüllt ausserdem die wissenschaftlichen, funktionalen und pragmatischen
Anorderungen an Umweltindikatoren in hohem bis sehr hohem Masse (ESSWEIN et al. 2003).
Als Trennelemente berücksichtigt werden Autobahnen, Kantonsstrassen, Gemeindestrassen
(Vergleich mit bzw. ohne), Bahnlinien, Flüsse ab 6 m Breite, Siedlungsflächen, Gebirge
und Seen.
Spezielle Geräte und Installationen
(Deutsch)
Kartengrundlagen: Vektor 200, alte Landes- und Dufourkarten gescannt. GIS-Arbeitsplatz an der Professur für Natur- und Landschaftsschutz der ETH Zürich.
Stand der eigenen Forschung
(Deutsch)

Prof. Dr. Ewald arbeitet seit vielen Jahren auf dem Gebiet des Landschaftswandels, seiner
Erfassung und der Ermittlung von Entwicklungstrends und der Ursachen (z. B. Ewald 1978, 1996),
einschliesslich dem Problem der Landschaftszerschneidung (Ewald 2001).
Dr. Jaeger befasst sich seit 10 Jahren mit dem Thema Landschaftszerschneidung. Seine
Dissertation mit dem Titel "Gefährdungsanalyse der anthropogenen Landschaftszerschneidung"
(Jaeger 1999) entstand am Departement für Umweltnaturwissenschaften der ETH Zürich unter der
Leitung von Prof. Dr. K. Ewald (Professur für Natur- und Landschaftsschutz). Darin entwickelte er die
Methode der effektiven Maschenweite zur Messung des Zerschneidungsgrads von Landschaften.
Diese Methode ist den vorherigen Verfahren zur Bestimmung des Zerschneidungsgrades aus
mehreren Gründen überlegen, wie der systematische Vergleich anhand von neun Eignungskriterien
gezeigt hat (Jaeger 2000, 2003, Esswein et al. 2003b). Die Methode wurde auf zwei Untersuchungs-
gebiete aus der Schweiz und aus Baden-Württemberg angewendet und an der ETH Zürich im
Forschungsprojekt "Synoikos" eingesetzt (Müller et al. 1998). Dr. Jaeger leitete anschliessend ein
Projekt an der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (mit Sitz in Stuttgart)
zur Ermittlung der Landschaftszerschneidung für ganz Baden-Württemberg in Zeitreihen seit 1930
(Jaeger et al. 2001, Esswein et al. 2002, Kranz et al. 2002, Esswein et al. 2003a).
Angestossen durch diese Arbeit wurde die Methode der effektiven Maschenweite auch in
Bayern, Hessen, Sachsen, Thüringen und Schleswig-Holstein sowie im Kanton Aargau angewendet
(Peter und Meier 2003). Dr. Jaeger beteiligt sich derzeit an einem Projekt in Zusammenarbeit mit der
Europäischen Umweltagentur, in dem die Fragmentierungsgrade aller europäischen Länder
bestimmt werden. Die Resultate dienen als ein Indikator für den Umweltzustand auf europäischem
Massstab. Dr. Jaeger befasst sich weiterhin mit den Auswirkungen der Landschaftszerschneidung
allgemein (Jaeger 2001e, 2003) und insbesondere mit den Auswirkungen von Verkehrswegen auf
Tierpopulationen (z. B. Jaeger und Fahrig, in press).
Christian Schwick sammelte während seiner Arbeit an der Forschungsanstalt WSL Erfahrungen in
GIS-gestützten Auswertungen zum Thema Landschaftsveränderungen. René Bertiller hat sich in den
vergangenen Monaten in die Thematik der Landschaftszerschneidung eingearbeitet und ist
regelmässiger Austauschpartner von Dr. Jochen Jaeger.


Literaturangaben:
ESSWEIN, H., JAEGER, J., SCHWARZ-VON RAUMER, H.-G. und M. MÜLLER (2002): Landschaftszerschneidung in Baden-Württemberg. Zerschneidungsanalyse zur aktuellen Situation und zur Entwicklung der letzten 70 Jahre mit der effektiven Maschenweite. - Arbeitsbericht der Akademie für Technikfolgenabschätzung Nr. 214 (Selbstverlag), Stuttgart. ISBN 3-934692-69-5 / ISSN 0945-9553. 124 S.

ESSWEIN, H., JAEGER, J., SCHWARZ-VON RAUMER, H.-G. und M. MÜLLER (2003a): Landschaftszerschneidung in Baden-Württemberg: Tendenz steigend. Eine landesweite quantitative Untersuchung für den Zeitraum 1930 bis 1998. – In: AKADEMIE FÜR NATUR- UND UMWELTSCHUTZ BEIM MINISTERIUM FÜR UMWELT UND VERKEHR BADEN-WÜRTTEMBERG UND STIFTUNG NATURSCHUTZFONDS (Hrsg.): Flächensparende Siedlungsentwicklung – Wie können Kommunen den Naturraumverbrauch verringern? Beiträge der Akademie für Natur- und Umweltschutz beim Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, Band 31. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Suttgart. S. 41-85.

ESSWEIN, H., JAEGER, J., und H.-G. SCHWARZ-VON RAUMER (2003b): Der Grad der Landschaftszerschneidung als Indikator im Naturschutz: unzerschnittene verkehrsarme Räume (UZR) oder effektive Maschenweite (meff)? NNA-Berichte 16(2): 55-70.

EWALD, K.C. (1978): Der Landschaftswandel - Zur Veränderung schweizerischer Kulturlandschaften im 20. Jahrhundert. - In: Tätigkeitsberichte der naturforschenden Gesellschaft Baselland, Bd. 30: 55-308.

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JAEGER, J. (2001e): Landschaftszerschneidung und -zersiedelung: Bedarf nach neuen
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JAEGER, J. (2002): Landschaftszerschneidung. Verlag E. Ulmer, Stuttgart.

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HAMPICKE (Hrsg.) (1999 ff.): Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege. Ecomed-Verlag,
Landsberg.

JAEGER, J., ESSWEIN, H., SCHWARZ-VON RAUMER, H.-G., und M. MÜLLER (2001):
Landschaftszerschneidung in Baden-Württemberg - Ergebnisse einer landesweiten räumlich
differenzierten quantitativen Zustandsanalyse. - Naturschutz und Landschaftsplanung 33(10): 305-317
(mit Kartenbeilage).

JAEGER, J.A.G., FAHRIG, L. (2002): Modelling the effects of road network patterns on population
persistence: relative importance of traffic mortality and 'fence effect'. – In: 2001 Proceedings of the
International Conference on Ecology and Transportation (ICOET). Published by: The Center for
Transportation and the Environment at North Carolina State University, Raleigh, NC (G. Evink et al.):
298-312. (Available from the Internet at http://repositories.cdlib.org/jmie/roadeco/Jaeger2001a/)

JAEGER, J.A.G., FAHRIG, L. (in press): Effects of road fencing on population persistence. –
Conservation Biology, in press.

KRANZ, B., JAEGER, J. und H. ESSWEIN (2002): Flächenzerschneidung in Baden-Württemberg.
Neuauflage mit Zeitreihen 1930 – 1998. Kurzinformation der Akademie für Technikfolgenschätzung in
Baden-Württemberg. Selbstverlag, Stuttgart, 20 S.

MÜLLER, D., PERROCHET, S., FAIST, M., und J. JAEGER (1998): Ernähren und Erholen mit
knapper werdender Landschaft. – In: BACCINI, P., und F. OSWALD (Hg.): Netzstadt: Transdisziplinäre
Methoden zum Umbau urbaner Systeme. – Vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich, Zürich 1998: 28–59.

SCHWARZ-VON RAUMER, H.-G., ESSWEIN, H. und J. JAEGER (2002): Landschaftszerschneidung -
neue Erkenntnisse für die Landesentwicklung durch eine GIS-gestützte verbesserte raum-zeitliche
Indikatorik – In: STROBEL, J., BLASCHKE, T. und G. GRIESEBNER (Hrsg.): Angewandte
Geographische Informationsverarbeitung XIV. Beiträge zum AGIT-Symposium Salzburg 2002.
Wichmann, Heidelberg. S. 507-512.

Projektziele
(Deutsch)
Quantitative Ermittlung der Landschaftszerschneidung durch Verkehrswege und Siedlungen, Darstellung der Entwicklung der Landschaftszerschneidung (Zeitreihen), räumliche Vergleiche zum Zerschneidungsgrad (Regionen, Kantone, Naturräume), Aufzeigen von Trends für die künftige Entwicklung, Empfehlungen für die Verkehrs- und Raumplanung.
Projektziele
(Englisch)
Quantitative analysis of landscape fragmentation due to traffic lines and urban development, diagram of the development of landscape fragmentation (time series), spatial comparisons of the degree of fragmentation (regions, cantons, natural spaces), identification of trends for the future development, recommendations for traffic planning and regional planning.
Forschungsplan
(Deutsch)
Für die Zeitplanung wird eine Zusicherung der finanziellen Mittel bis Anfang Juni 2004 angenommen, so dass das Projekt im Juli beginnen kann.
1) Juli 2004: Beschaffung, Aufarbeitung und Vervollständigung der nötigen Datengrundlagen.
2) August 2004 bis März 2005: Ermittlung des aktuellen Zerschneidungsgrades und der Zeitreihen mittels eines Geographischen Informationssystems (5 Zeitschnitte), inkl. kartographische Darstellung.
3) September 2004 bis Mai 2005: Aufarbeitung/Berechnung der Daten zur Zerschneidung, Analyse und Darstellung.
4) April bis Juni 2005: Technischen Bericht verfassen.
5) Mai bis Oktober 2005: Praxisbezogene Kurzversion für Ämter und Verbände schreiben, Gestaltung und Druck der Broschüren.
6) Oktober bis November 2005: Wissenschaftliche Publikationen verfassen.
Abstract
(Deutsch)
.
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Das Projekt erarbeitet allgemein verwendbare Grundlagendaten für die Verkehrs- und Regionalplanung, d. h. vergleichbare Daten über den Zustand und die Entwicklung der Landschaftszerschneidung, insbesondere im Vergleich von landschaftsbezogenen Raumkategorien. Daneben sind in den folgenden Gebieten Umsetzungen und Anwendungen sinnvoll:
- Zeitreihen/Indikatorfunktion: Eine Trendextrapolation zu den beobachteten Entwicklungen macht Aussagen über den künftig zu erwartenden Zerschneidungsgrad der Landschaften in der Schweiz und gibt Anstösse, um Strategien zur Steuerung dieser Entwicklung gemäss den Grundsätzen der Nachhaltigkeit zu formulieren (planerische und politische Zielfestlegungen und Massnahmen). Unsere Studie soll aufzeigen, wie die Landschaftszerschneidung als Entscheidungsgrundlage in die Verwaltungsarbeit einbezogen werden kann. Fortsetzungsanalysen in regelmässigen Zeitabständen (z. B. alle drei Jahre) sind mit kleinem Aufwand möglich. Sie zeigen, ob die vorhergesagten Entwicklungen eingetreten sind, und ermöglichen gegebenenfalls eine Anpassung der Steuerungsstrategie. Die Zeitreihen dienen zudem als Indikator für die Gefährdung der Biodiversität
und als Nachhaltigkeitsindikator.
- Umweltschutz: Die Ergebnisse unserer Untersuchung lassen sich mit den Ergebnissen aus Studien
zu verwandten Themen (Sachplan Strassen, Wildtierkorridore [Holzgang et al. 2001], MONET [BFS et
al. 2003], REN [Berthoud et al. 2003]) vergleichen und verknüpfen. Dadurch verbessert sich die Aussagekraft
der verschiedenen Untersuchungen. Unsere Daten liefern zudem eine Grundlage dafür,
dass man die zugrunde gelegte These, dass Landschaftszerschneidung eine wesentliche Ursache
für den Artenrückgang in Mitteleuropa ist, anhand von Arten aus der Schweiz genauer überprüfen kann.
- Öffentlichkeit: Die Öffentlichkeit soll durch die Ergebnisse der Studie auf die Problematik der
Landschaftszerschneidung aufmerksam gemacht werden (Förderung des Problembewusstseins).
Die Ergebnisse der Studie können eine wichtige Grundlage für ein Sensibilisierungsprogramm in der
breiten Öffentlichkeit sein.
Ein Fortsetzungskredit ist nicht vorgesehen.
Berichtsnummer
(Deutsch)
1175
Literatur
(Deutsch)

BAIER, H. und R. HOLZ (2001): Landschaftszerschneidung als Naturschutzproblem: Die Wirkungen
und ihre Vermeidungsstrategien. – Naturschutzarbeit in Mecklenburg-Vorpommern, 44. Jahrgang,
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Landschaftszerschneidung in Baden-Württemberg. Zerschneidungsanalyse zur aktuellen Situation
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für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg Nr. 214, 124 S.

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V.H., FAHRIG, L., FRANCE, R., GOLDMAN, C.R., HEANUE, K., JONES, J.A., SWANSON, F.J.,
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JAEGER, J., ESSWEIN, H., SCHWARZ-VON RAUMER, H.-G. und M. MÜLLER (2001):
Landschaftszerschneidung in Baden-Württemberg. Ergebnisse einer landesweiten räum¬lich
differenzierten quantitativen Zustandsanalyse. – Naturschutz und Landschaftsplanung 33 (10):
305–317 (mit Kartenbeilage).

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