Projektziele
(Deutsch)
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Gegenstand des vorgeschlagenen Forschungsprojektes ist die fortschreitende Medienkonzentration in verschiedenen Regionen der Schweiz. Das Hauptziel des Projektes besteht darin, die Zusammenhänge und gegenseitigen Einflüsse zwischen der regionalen, nationalen und europäischen Ebene sowie Konsequenzen für die publizistische Vielfalt, Qualität, Unabhängigkeit und Transparenz bei der Gestaltung und Regulierung der "Mediengesellschaft Schweiz" aufzuzeigen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird in drei verschiedenen Modulen gearbeitet. Dieses modularisierte Vorgehen erlaubt es, aus verschiedenen Perspektiven ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten und die vielfältigen Auswirkungen von Medienkonzentration und Medienmacht auf regionale Medienräume zu extrahieren.
Publizistische Vielfalt in Lokalräumen mit Medienkonzentration (Bonfadelli/Schwarb): Die publizistikwissenschaftliche Debatte um Medienkonzentration ist geprägt von der Frage, ob und wie stark die publizistische Vielfalt gefährdet sei. Der Zweck dieses ersten Moduls besteht in der Bereitstellung von empirisch abgestützten Befunden bezüglich der publizistischen Leistungen der elektronischen Medien in zwei Lokalräumen/Regionen, die von der Medienkonzentration in den Bereichen Presse, TV und Radio betroffen sind (siehe Teil A). Methoden: Inhaltsanalyse, Publikumsbefragung, Experteninterviews Fragestellungen: Leistungen und Nutzung von Lokalmedien in Regionen mit bzw. ohne Medienkonzentration, Bewertung der Chancen und Risiken der Medienkonzentration.
Publizistische Folgen der Medienkonzentration auf nationaler Ebene (Meier/Trappel): Das Ziel besteht darin, einerseits die Folgen der globalen Medienkonzentration auf die Mediengesellschaft Schweiz zu erfassen und andererseits die für Medienkonzentration und Medienmacht zentralen Strukturen und Prozesse zu beschreiben sowie die Produktions-, Wettbewerbs- und Machtverhältnisse zwischen den führenden Schweizer Medienunternehmen zu analysieren. Im Vordergrund des Erkenntnisinteresses stehen die publizistischen Folgen für die Öffentlichkeit, die sich in der föderalistischen Schweiz in erster Linie auf der (sprach-) regionalen Ebene konkret manifestieren (siehe Teil B). Methoden: Experteninterviews, Dokumentenanalyse Fragestellungen: Publizistische Folgen von globaler und nationaler Medienkonzentration und deren gesellschaftliche und medienpolitische Bewältigung.
Konzentrationsregulierung und ihre Leitbilder (Jaqrren/Puppis/Künzler/Schade): Eine Analyse von Regulierungsinstrumenten und eine Einschätzung derer Wirksamkeit soll Hinweise für eine Anwendung in der Schweiz liefern. Besonders die Regulierung in Kleinstaaten und regionale Konzentrationsregeln sollen untersucht werden. Ergänzt wird dieses Modul durch eine Analyse von Regulierungsentscheidungen in der Schweiz, um so die hinter der Regulierung stehenden Leitbilder erfassen zu können (siehe Teil C). Methoden: Dokumentenanalyse, Experteninterviews Fragestellungen: Regulierungsformen, ihre Wirksamkeit und dahinter stehende Leitbilder.
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