Ausbrüche von klassischer Geflügelpest in Geflügelbetrieben im europäischen Ausland in den letzten Jahren zeigten, dass auch die Schweiz ein Surveillance-Programm braucht. Für diesen Zweck wurden in der vorliegenden Arbeit zwei in der Literatur beschriebene PCR-Protokolle zum Nachweis von aviärem Influenza Virus etabliert.
Die one-step real-time RT-PCR wurde wegen der schnelleren Durchführung und dem besseren Handling als Screening Methode gewählt.
Getestet wurden Organe (Gehirn, Milz, Niere und Luftröhre) und Kloaken- bzw. Kottupfer von 989 Wildvögeln, die zu 72 verschiedenen Arten gehören.
Von den 989 getesteten Proben waren 932 in der one-step real-time RT-PCR negativ. 57 (5.7%) waren fraglich positiv. Diese wurden in einer klassischen RT-PCR getestet. Zwei dieser Proben waren in der nested PCR positiv. Sie stammten von Blässhühnern (fulica atra).
4093 Seren aus 39 Masttruten-, 143 Mastgeflügel-, 35 Rassegeflügel-, 48 Lege- und 17 Junghennenherden von 282 Beständen mit Freilandhaltung wurden in einem kommerziellen genusspezifischen ELISA getestet. 140 (3.4%) Seren aus 87 Herden waren positiv. Ein Hämagglutinationshemmungs-Test wurde durchgeführt, um Antikörper gegen H5 und H7 Subtypen ausschliessen zu können. 5 (0.1%) der 140 ELISA-positiven Seren waren im Hämagglutinationshemmungs-Test positiv. In den getesteten Geflügelherden ergaben sich somit keine Anhaltspunkte für zirkulierende H5 und H7 Subtypen des aviären Influenza Virus.