Nationale Arbeiten
Die Beobachtung des Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Auswirkungen im Unfall- und Umweltbereich hat in den letzten Jahren sowohl auf der Ebene Gesamtschweiz als auch auf der Ebene Agglomerationen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Wir konzentrieren uns beim nachstehenden Überblick vor allem auf Monitoring- und Controlling-Ansätze im Verkehrsbereich:
· ARE (2004), Agglomerationsprogramme, Teil V+S: Prüfkriterien: In dieser Arbeit wird aufgezeigt, welche Anforderungen der Bund an die Agglomerationsprogramme V+S stellt. Hierzu werden zwei Arten von Kriterien unterschieden, nämlich 6 Grundanforderungen und 5 Wirksamkeitskriterien. Zur Überprüfung der Kriterien werden verschiedene Indikatoren vorgegeben.
· Im Agglomerations-Benchmark des ARE (2004) wird mittels 10 Indikatoren aus den Bereichen Siedlung, Verkehr und Umwelt ein Vergleich über die 9 grössten Agglomerationen der Schweiz vorgenommen. Dieser (meist pro Jahr vorliegende) Vergleich soll Hinweise liefern, wo allenfalls Handlungsbedarf in den Agglomerationen besteht.
· ARE (2005), Monitoring urbaner Raum Schweiz, Themenkreis A5: Agglomerationsverkehr: Basierend auf dem vorangehend erwähnten Benchmark wird für 5 der 10 Indikatoren die Entwicklung der Indikatorenwerte im zeitlichen Ablauf dargestellt.
· MONET: Das Projekt wurde von drei Bundesämtern (BFS, BUWAL und ARE) mit dem Ziel lanciert, ein Indikatorensystem zur Beobachtung der Nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz aufzubauen. Dazu wurden insgesamt 43 „Postulate“ (Zielvorgaben) definiert, die anhand eines Indikatorensets über 26 verschiedene Themenbereiche überprüft werden.
· NISTRA wurde zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Strasseninfrastrukturprojekten entwickelt. Es enthält ein umfangreiches Ziel- und Indikatorensystem, welches in die drei klassischen Bereiche der Nachhaltigkeit (Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt) gegliedert ist. Das ASTRA wendet das Instrument seit 2003 bei grösseren Bau- und Ausbauprojekten von National- und Hauptstrassen an.
· Strategie BR, IDARio und ZINV UVEK: Auf Bundesebene bestehen verschiedene, an der nachhaltigen Entwicklung orientierte Indikatorensysteme. Sehr allgemein gehalten sind die Bundesratskriterien (je 5 Kriterien für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt). Sie werden konkretisiert durch die 27 Kriterien gemäss IDARio. Die Kriterien gemäss Zielsystem Nachhaltiger Verkehr (ZINV UVEK) sind konkret auf den Verkehr ausgerichtet.
· Cercle Indicateurs: Der Cercle Indicateurs ist eine gesamtschweizerische Plattform verschiedener Kantone, Städte und Bundesämter mit dem Ziel, die bestehenden Kernindikatoren für die Nachhaltigkeit von Kantonen und Städten weiter zu entwickeln, zu koordinieren, verstärkt bekannt zu machen und breiter anzuwenden.
· SVI Forschungsauftrag 2001/509: "Nachhaltigkeit im Verkehr - Indikatoren im Bereich Gesellschaft" ist eine gute Grundlage zur Vervollständigung von Indikatorensystemen im Bereich Gesellschaft aus Sicht Mobilität bzw. Verkehr. Die Studie liefert neben Zielen und Indikatoren konkrete Hinweise auf benötigte Daten und deren Verfügbarkeit.
· Das SVI Forschungsauftrag 1999/141: "Nachhaltigkeit im Verkehr – Kriterien für kommunale und kantonale Strassenverkehrsplanungen und -projekte" listet anwendungsorientierte Indikatoren zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Strassenprojekten auf.
· NFP 41 „Umwelt und Verkehr“: Diverse Grundlagenstudien zu Indikatorensystemen
· Im SVI Forschungsauftrag 1999/310: „Wirkungsketten Verkehr - Wirtschaft“ wurde für die Nachhaltigkeitsdimension „Wirtschaft“ ein detailliertes Indikatorensystem zum Verkehrsbereich entwickelt.
· Verlagerungsberichte: Das Monitoring alpenquerender Güterverkehr ist ein gutes Beispiel für ein bestehendes Monitoring, Dieses dient als Grundlage für das Controlling der Umsetzung des Verlagerungsziels im alpenquerenden Güterverkehr.
Internationale Arbeiten
· Department of Transport (2004), How to monitor indicators in local transport plans and annual progress reports – 2004 Update: Es handelt sich um eine detaillierte Anleitung zur Erfassung von 8 “Core Indicators” in den Bereichen Verkehr und Siedlung, mit deren Hilfe jährlich die Zielerreichung der “Local Tranport Plans” überprüft wird.
· OECD/Environment Policy Committee "Indicators for the integration of environmental concerns into transport policies (1999)" gibt einen internationalen Einblick in Umweltindikatoren als Informations- und Entscheidungsgrundlage.
· European Environment Agency, TERM (Transport and Environment Reporting Mechanism) ist ein Monitoring in der EU mit Kernindikatoren im Bereich Verkehr und Umwelt
· MONITRAF (INTERREG III B Programm) untersucht die Auswirkungen des Strassenverkehrs entlang der am stärksten belasteten Korridore im Alpenraum: Frejus, Montblanc, Gotthard und Brenner.
· Europäische Kommission (2002), Statistische Indikatoren zum lokalen und regionalen Personenverkehr in 40 europäischen Städten und Regionen, Citizens’ Network Benchmarking Initiative: Mit Hilfe von 39 allgemeinen Indikatoren werden Kenndaten zu den Verkehrssystemen in den untersuchten Städten und Regionen erfasst. Die Indikatoren sind unterteilt nach Themen, die alle Verkehrsträger eines Verkehrssystems (Auto, ÖPNV, Fussgänger, Radfahrer, Motorräder usw.) sowie ausgewählte Elemente sozialer und ökologischer Auswirkungen des Verkehrs abdecken.
Fazit
Zusammengefasst zeigt sich, dass auf der europäischen Ebene bereits verschiedene Ansätze für eine Monitoring und Controlling des Verkehrs auf lokaler oder regionaler Ebene vorliegen. In der Schweiz bestehen ebenfalls verschiedene Grundlagen für ein Monitoring des Verkehrs. Bisher wurden jedoch diese Ansätze in der Schweiz noch wenig auf den Aspekt des Controllings und auf die spezifischen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Agglomerationen ausgerichtet. Insbesondere fehlt ein konsistentes Monitoring- und Controllingsystem, welches
· die Kenngrössen zur Überprüfung der Ziele im Agglomerationsverkehr laufend verfolgt
· mithilft, den Handlungsbedarf in den Agglomerationen zu erkennen
· eine vergleichende Betrachtung über mehrere Agglomerationen zulässt und damit als wichtige Grundlage für die Beurteilung der Agglomerationsprogramme Verkehr + Siedlung dient
die Aspekte der Gesellschaft und Raumentwicklung genügend berücksichtigt.