Key words
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Feinstaub, PM10, Strassenverkehrsemissionen, Abrieb, Aufwirbelung
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Short description
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In der Schweiz liegen die Immissionswerte für Feinstaub oft deutlich über den Grenzwerten. Im Bereich Verkehr bestehen die Feinstaubimmissionen sowohl aus Auspuffemissionen, als auch aus Anteilen von Abrieb- und Aufwirbelungsprozessen. Über letztere ist noch wenig bekannt, insbesondere über die Resuspension der Feinstäube auf Verkehrswegen.
Das Projekt hat daher folgende Ziele: - Bestimmung von Totalen PM10-Emissionsfaktoren für verschiedene Verkehrssituationen - Quantitative Informationen zur Aufteilung der PM10-Emissionen in Auspuff-, Abrieb- und Aufwirbelungsemissionen - Anteile des Personen- und Lastwagenverkehrs an diesen Emissionen
Die Projektziele sollen durch Feldmessungen nach folgendem Konzept erreicht werden: Beiderseits einer stark befahrenen Strasse werden Partikelkonzentrationen in den zwei GrössenklassenPM10 und PM1 sowie die ebenfalls mit dem Verkehr zusammenhängenden gasförmigen Schadstoffe Stickoxide und Kohlenmonoxid in hoher Zeitauflösung gemessen. Ebenfalls gemessen werden meteorologische Grössen wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag sowie das Verkehrsaufkommen (Anzahl Personenwagen und Lastwagen, Geschwindigkeit).
Aus den windrichtungsabhängigen Differenzen der Messungen auf beiden Strassenseiten kann die Zusatzbelastung durch die Strasse bestimmt werden. Zusammen mit den Verkehrszahlen können daraus die Emissionsfaktoren sowohl für Auspuffemissionen, als auch für Abriebs- und Aufwirbelungsemissionen berechnet werden. Die Unterscheidung zwischen Auspuffemissionen und den Abriebs- / Aufwirbelungsemissionen erfolgt durch die Messung der zwei Grössenfraktionen PM10 du PM1 (Auspuffemissionen < 1µm; Abriebs-/Aufwirbelungsemissionen > 1 µm).
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Project aims
(German)
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PM10-Emissionsfaktoren aus Auspuff, Abrieb und Aufwirbelung untersuchen.
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Achievement of aims
(German)
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Die gesetzten Ziele wurden erreicht.
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Abstract
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Die Emissionen aus Abrieb und Aufwirbelung stellen einen wesentlichen Teil der gesamten primären PM10-Emissionen des Strassenverkehrs dar. An Standorten mit geringer Störung der Fahrdynamik (Aathal, Birrhard, Humlikon, Rosengartenstrasse) sind sie etwa gleich hoch wie die direkten Auspuffemissionen, an Standorten mit hohen Störungen, z.B. durch Lichtsignale oder Staus (Schimmelstrasse, Weststrasse) sogar höher. Messkampagnen in Deutschland zeigen ähnliche Emissionsfaktoren von PM10. Sie zeigen auch, dass insbesondere der Zustand der Fahrbahn und des Strassenrands eine grosse Rolle spielen kann. Im Extremfall können die Beiträge aus Aufwirbelung und Strassenabrieb bei einer Strasse mit schadhaftem Belag und/oder unbefestigten, staubigen Strassenrändern ein Vielfaches derjenigen einer gut befestigten Strasse mit intaktem Belag ausmachen. Emissionsfaktoren der Partikelanzahl wurden in verschiedenen Grössenklassen an den vier Standorten Birrhard, Humlikon, Zürich Rosengartenstrasse und Zürich Weststrasse in Intensiv-messkampagnen ermittelt. Die Grössenverteilungsmessungen bestätigen, dass die Aufteilung auf PM10 und PM1 sich gut zur Unterscheidung zwischen Auspuffemissionen und den Emissionen aus Abriebs- und Aufwirbelungsprozessen eignete.
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Transfer and application
(German)
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Die in diesem Projekt erzielten Resultate dienen dazu, die Berechnungen des BUWAL für die Feinstaubemissionen des Strassenverkehrs zu aktualisieren. Insbesonders stehen nun erstmals durch Messungen erhärtete Daten für die Emissionen aus Abrieb und Aufwirbelung zur Verfügung.
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Assessment Report
(German)
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Im Gegensatz zu Auspuffemissionen sind die Beiträge von Abrieb und Aufwirbelung an die primären Feinstaubemissionen des Strassenverkehrs auf Prüfständen nicht zu erfassen. Im vorliegenden Projekt wurde die Fragestellung deshalb durch Vergleich der Immissionsbelastung im Luv und Lee von Strassen bzw. in unmittelbarer Strassennähe und an Hintergrundstandorten angegangen. Trotz der relativ hohen Messunsicherheiten konnten die Messungen zufriedenstellend ausgewertet werden. Die gute Übereinstimmung der ermittelten Emissionsfaktoren für das Abgas mit publizierten Werten aus Prüfstandsmessungen stärkt das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der erhaltenen Emissionsfaktoren auch für Abrieb und Aufwirbelung. Es zeigte sich, dass der gewählte Ansatz zweckmässig ist. Die Studie liefert wertvolle Informationen für die Umsetzung des Umweltschutzauftrags im Bereich Luftreinhaltung. Eine Fortsetzung des Projektes wird derzeit nicht ins Auge gefasst. Sie wäre sinnvoll, wenn Messgeräte für lungengängigen Feinstaub mit hoher zeitlicher Auflösung und guter Messgenauigkeit erhältlich wären. Die Begleitkommission dankt den Forschungsstellen für die ausgezeichnete Durchführung des Projektes und die erfreuliche Zusammenarbeit.
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Publications / Results
(German)
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Nach Erscheinen des Schlussberichts sind Publikationen vorgesehen.
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Berichtsnummer
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1053
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