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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
03.001576
Projekttitel
Monitoring suizidales Verhalten in der Agglomeration Bern im Rahmen WHO/EURO Multicenter Study und Bündnis gegen Depression

Texte zu diesem Projekt

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Projektziele
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Projektziele
(Deutsch)
Monitoring der Suizidversuche in der Agglomeration Bern in den Jahren 2004-2006 gemäss Studienprotokoll der WHO/EURO. Erarbeitung von Baseline-Daten über Suizide und Suizidversuche (2004) und entsprechende Verlaufsdaten (2005 und 2006) für die Evaluation der Umsetzung des "Bündnis gegen Depression" im Kanton Bern. Aktive Teilnahme an der WHO/EURO Multizenterstudie "Monitoring des Suizidverhaltens" in Koordination mit dem anderen Schweizer Studienzentrum an der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel.
Abstract
(Deutsch)

Monitoring suizidales Verhalten (Methode und Ergebnisse, Projektziele siehe oben)
Untersuchungsmethode: Die 28 Zentren in 24 europäischen Ländern der WHO-Region Europa Multizenter-Studie erfasst die Suizidversuche in geografisch definierten Stichproben (catchment areas) zur Berechnung von Häufigkeiten in bestimmten Populationen und internationale Vergleiche. Die Agglomeration Bern (349'000 Einwohner) umfasste die Analyse der Suizidversuche des Inselspitals, 2 Stadtspitäler, 2 Bezirkspitäler und praktizierende Ärzte. Die Daten wurden elektronisch erfasst und mit dem Statistikprogramm SPSS Version 10.0 gemäss den WHO-Vorgaben ausgewertet.

Ergebnisse: Die extrapolierte Inzidenz der Suizidversuche in der Bevölkerung der Agglomeration Bern betrug im Schnitt 88.6/100.000 Einwohner für die Jahre 2004-2006. Das Alter lag zwischen 16 und 87 Jahren bei einem Mittel von 37.5 Jahre. Das Risiko eines Suizidversuchs ist am grössten in der Altersgruppe 15 bis 29. Geschlecht. Von den 544 Suizidversuchen waren 245 (45%) Männer und 299 (55%) Frauen. Die Mehrzahl der Suizidversucher/innen sind unverheiratet (51%), was im Wesentlichen Ausdruck der Altersverteilung ist. Ein grosser Teil der Suizidversucher/innen (60%) geht nicht einer bezahlten Arbeit nach. In 42% der Fälle war bekannt, dass die Person schon früher einen oder mehrere Suizidversuche unternommen hat. Rund 70% der Personen waren Schweizer. In Bezug auf die Methoden wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede gefunden. Es überwiegen Überdosen an Medikamenten und andern Substanzen.

Schlussfolgerungen: Verglichen mit den Vorjahren ist in der Anzahl der Suizidversuche kein sicherer Trend auszumachen. Wie schon vorher ist die vor allem betroffene Altersgruppe diejenige zwischen 15 und 29, wobei die höchste Rate bei den 20-24 jährigen Frauen gefunden wurde. Verglichen mit den Vorjahren ist in der Anzahl der Suizidversuche kein sicherer Trend auszumachen. Wie früher ist die vor allem betroffene Altersgruppe, diejenige zwischen 15 und 29, wobei die höchste Rate bei den 20-24 jährigen Frauen gefunden wurde. In den letzten 10 Jahren ist die Suizidrate in der Schweiz wie in allen westeuropäischen und westlichen Ländern stetig gesunken. Inwieweit die Aktionen des im Jahr 2004 gestarteten Berner Bündnisses gegen Depression eine Wirkung zeigt, bleibt unklar, da nicht weiter untersucht.

Medienberichterstattung in der Agglomeration Bern (Methode und Ergebnisse, Projektziele siehe oben)

Bei Hochrisikogruppen, wie Menschen in suizidalen Krisen, birgt diese Tatsache Risiken. So ist durch verschiedene Studien belegt, dass manche Formen der Berichterstattung über Suizide und Suizidversuche in den Medien zu Imitationshandlungen führen können.

Untersuchungsmethode: Während einem Zeitraum von 12 Monaten (April 2004 – März 2005) fand eine statistische Codierung von Artikeln zu Suizid von ausgewählten Zeitungen statt, die sowohl quantitative, wie auch qualitative Aspekte berücksichtigte. Um eine angemessenen Interrater-Reliabilität zu gewährleisten, wurden 21 Artikel exemplarisch von drei unterschiedlichen Personen kodiert. Während eines 4-monatigen Zeitraums wurde parallel zu den Originalzeitungen eine Recherche über Internet unter den entsprechenden Homepages der Redaktionen und Swissdox (www.swissdox.ch). Dafür wurden Einzelbegriffe oder Begriffskombinationen verwendet

Ergebnisse: Von 488 Artikeln, handelte es sich bei 477 um Tageszeitungen und bei 11 um Wochenzeitungen. Es wurden keine Zeitungen mit 14-tägiger, monatlicher oder >monatlichen Erscheinungshäufigkeit erfasst. 396 Artikel einer genaueren Analyse unterzogen. Dabei handelt es sich um Publikationen in denen Suizid, Suizidversuch oder gesicherte Hintergrundinformationen zum Thema Suizid explizit oder implizit als Hautthema vorkam. Die Anzahl der Medienberichte zum Thema Suizid lässt sich nicht mit der früheren Untersuchung vergleichen, da in der vorliegenden Untersuchung nur Printmedien, die vor allem in der Agglomeration Bern gelesen werden, erfasst wurden. Allerdings gibt es Hinweise dafür, dass die Zahl der Artikel zum Thema über die Jahre hinweg zugenommen hat. So wurde schon zwischen 1991 und 1994 eine erstaunliche Zunahme der Anzahl Artikel gefunden (von 151 auf 468 in je 3 Monaten, schweizweit). In der Zwischenzeit sind die Gratiszeitungen dazugekommen, welche, wie die Untersuchung zeigt, die Richtlinien zur Suizidberichterstattung nicht anwenden.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Fortsetzung des Monitorings suizidales Verhalten in der Agglomeration Bern (06.004752)
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Zugehörige Dokumente