1) In einem ersten Teil wird die allgemeine Entwicklung der Asylgesuche aus Afrika seit 1992 untersucht. Ziel ist es festzustellen, ob die Zunahme in einem Staat möglicherweise aufgrund von Verschiebungen bei anderen europäischen Staaten entsteht und sich darin Korrelationen feststellen lassen. Im Unterschied zur ersten Determinantenstudie wird nun eine grössere Anzahl afrikanischer Staaten unter-sucht (Elfenbeinküste, Guinea, Liberia, Mali, Nigeria, Sierra Leone, Togo, Angola, Kamerun, Kongo-Kinshasa - diese Auswahl kann nötigenfalls modifiziert werden).
2) In einem weiteren Teil wird der mögliche Einfluss politischer Massnahmen auf den Migrationsfluss untersucht. Untersucht wird die Wirkung von Massnahmen wie: Rückkehrabkommen, Rückschaffungsmassnahmen, Kollektivregularisierungen. Dies erfolgt auch durch eine systematische statistische Auswertung der Veränderungen in der Migrationsverteilung.
3) Ein dritter Teil liefert eine sozio-demographische Beschreibung der Asylsuchen-den und der Migrationssituation. So werden zum einen vorhandene Daten aus-gewertet, und zum anderen Experten (BFF, Frepo, Sozialarbeiter...) befragt.
4) Im vierten Teil werden west-afrikanische Asylsuchende (Elfenbeinküste, Guinea, Mali, Nigeria, Liberia, Sierra Leone, Togo) zu ihren Migrationsstrategien, ihren Reiserouten, ihren Kenntnisse über juristische Bestimmungen (Rückübernahmeabkommen) sowie über die "Asylrealität" (Möglichkeit der Rückschaffung, Chancen auf positiven Entscheid...) befragt. Relevant ist hier auch die Frage, warum sich Asylsuchende für die Schweiz entscheiden. In diesem Teil sollen jedoch auch Gespräche mit Experten geführt werden, um ein Gesamtbild gewinnen zu können (Frepo-Befrager, Dolmetscher, Vertreter etablierter afrikanischer Gemeinden, BFF-Mitarbeitende). Nötigenfalls muss bei der Befragung der Gesuchsteller mit Hilfe von "Vermittlern" gearbeitet werden, um allfälliges Misstrauen abzubauen.
5) Ähnlich wie bei der letzten Determinantenstudie sollen auch hier potentielle Migranten in ihrer Herkunftsregion befragt werden. In diesem Teil müssen Kontakte vor Ort genutzt werden. Eine Zusammenarbeit mit Forschern, NGO-Vertretern und allenfalls Schweizerischen Botschaften ist sinnvoll.
6) In einem letzten Teil sollen der Migrationskontext und der Entscheidprozess afrikanischer Asylsuchender in einem Drittstaat beschrieben werden. So ist eine wichtige Hypothese, dass afrikanische Asylsuchende sich vor der Einreise in die Schweiz bereits in anderen europäischen Staaten aufgehalten haben und dort möglicherweise sogar über Aufenthaltsbewilligungen verfügten. Es sollen also potentielle Migranten in bspw. Italien oder Spanien befragt werden. Auch hier wird ein Partner vor Ort kontaktiert, welcher die Durchführung dieser Befragungen erleichtern kann.