Ziel des Projektes war (i) das Erarbeiten von Grundlagenwissen zur Kastrationspraxis bei Mutterkuhhaltern (schriftl. Befragung), (ii) die Erstellung von Kursunterlagen für Ausbildung von Landwirten bei der Kastration von Kälbern und Lämmern unter Schmerzausschaltung und (iii) eine vergleichende Untersuchung der Kurzzeit-Schmerzantworten (ethologisch, physiologisch) mit bzw. ohne Lokalanästhesie; dies, .weil unbekannt war, wie starke Schmerzanzeichnen neonate Kälber nach der Kastration mit der Burdizzozange zeigen.
(i) Für die sehr differenzierten Ergebnisse und Schlussfolgerungen siehe Publikation.
(ii) Die Kursmaterialien finden sich unter www.bvet.admin.ch.
(iii) Bereits neonate Kälber nehmen während und nach der Kastration Schmerzen wahr (Plasmacortisolwerte), auch wenn die Mehrheit der Tiere während der ersten 7.5 Std. nach dem Eingriff nur geringe oder keine schmerzanzeigende Verhaltensmuster zeigte. Auf die Injektion wurde nicht oder kaum reagiert. Während der Kastration zeigten die Kälber teilweise deutliche Schmerzreaktionen (Verhalten und Cortisol), wobei weniger ausgeprägt bei L- und B-Kälbern. Bei grosser individueller Variabilität reagierten 7 von 18 L- und B-Kälbern 15 Min. nach der Kastration mit Schmerzverhalten auf die Palpation. Die beiden Lokalanästhetika, Lidocaine und Bupivacaine, zeigten keine deutlichen Unterschiede in ihrer analgetischen Wirkung.