Abstract
(Deutsch)
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Zusammenfassung Ausgangslage und Aufgabenstellung Der Sport ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der beliebtesten Freizeitaktivitäten der Schweizer Wohnbevölkerung geworden. Gegenwärtig sind drei Viertel der Bevölkerung zumindest ab und zu sportlich aktiv, wobei sich die Haushalte ihre sportlichen Betätigungen im Durchschnitt gegen Fr. 1'700.- pro Jahr kosten lassen. Alleine diese Zahlen deuten bereits auf eine erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung von Sport und körperlicher Bewegung hin, die noch durch den passiven Sportkonsum (Verfolgen der Berichterstattung in den Medien, Besuch von Sportveranstaltungen), die zunehmende Bedeutung eines professionalisierten Segments im Sport (Berufs- und Schulsport sowie touristische Dienstleistungen in den Skigebieten etc.) und die positiven Effekte körperlicher Betätigungen auf die Gesundheit und damit auch auf die Gesundheitskosten gesteigert werden. Vor diesem allgemeinen Hintergrund hat der Bundesrat in seinem sportpolitischen Konzept vom 30. November 2000 unter anderem gefordert: "Der Bundesrat lässt sich periodisch über Entwicklungen im Sport berichten. Sowohl positive als auch negative Entwicklungen sollen mittels eines noch zu entwickelnden 'Observatoriums' frühzeitig erkannt werden. Allfällige Fehlentwicklungen und Missstände sind mit den Partnern zu beheben. Er beauftragt das VBS, die notwendigen Massnahmen zu treffen." Das vom Bundesrat geforderte Monitoring von Sport und Bewegung in der Schweiz soll auf der Grundlage von bestehenden und allenfalls neu zu erhebenden, empirischen Daten neben allgemeinen Hinweisen auf die Entwicklung in den fünf Schwerpunktbereichen des sportpolitischen Konzepts - Gesundheit, Bildung, Leistung, Wirtschaft, Nachhaltigkeit - vor allem auch vertiefte Analysen der folgenden drei Fragstellungen enthalten: "1. Welches sind Niveau und Trends des gesundheitlich relevanten, mit repetitiven Querschnittssowie Längsschnittstudien dokumentierten Sport- und Bewegungsverhaltens der Schweizer Bevölkerung? 2. Welches sind Niveau und Trends von Sportunfällen und -schäden in der Schweiz (umfassendes Monitoring von Inzidenz, Risikofaktoren, Kosten)? Wie ist das Kosten-Nutzenverhältnis realisierter Präventionsprogramme zur Sportunfallverhütung? 3. Welches sind die dokumentierbaren Auswirkungen des Bundesengagements in der Sport- und Bewegungsförderung und der Dopingprävention, unter besonderer Beachtung des Kriteriums der geforderten Nachhaltigkeit?" 1 Auf der Grundlage dieser allgemeinen Vorgaben wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2003 ein allgemeines Indikatoren- und Umsetzungskonzept für das im Zeitraum 2004-2006/07 zu schaffende Observatorium Sport und Bewegung erarbeitet (vgl. das Konzeptpapier von Lamprecht und Stamm 2003). Ausgehend von der Überlegung, dass eine vollständige Analyse und Beschreibung von Sport und Bewegung in der Schweiz unmöglich ist und in erster Linie von bereits bestehenden Daten ausgegangen werden soll, stellte das Konzept die fünf 1 Zitiert gemäss "Forschungskonzept 2004 - 2007 'Sport und Bewegung'" von Juni 2002 (BASPO 2002) sowie der Sonderausgabe 2/02 der Zeitschrift "Sportpolitik" mit dem Titel "Sportpolitisches Konzept - Umsetzungsmassnahmen". Observatorium Sport und Bewegung - Zwischenbericht Februar 2004 /4 allgemeinen Interventionsbereiche des sportpolitischen Konzepts und die drei prioritären Fragestellungen des Monitorings ins Zentrum des Interesses. Das auf dieser Grundlage entwickelte Messkonzept enthält rund vierzig verschiedene Indikatoren und Indikatorengruppen (vgl. Teil II), die für eine zuverlässige Analyse des aktuellen Zustands und der Entwicklungstendenzen von Sport und Bewegung in der Schweiz notwendig sind. Ein genauerer Blick auf die wünschenswerten Indikatoren zeigt allerdings ein in der Schweiz auch mit Bezug zu anderen Themenbereichen bekanntes Problem: Für verschiedene Fragestellungen existiert (noch) keine zuverlässige und brauchbare Datengrundlage. Als Folge muss das Observatorium daher schrittweise aufgebaut werden. Zunächst sind diejenigen Indikatoren zu entwickeln, für die bereits Daten existieren, parallel dazu müssen aber auch neue Datenquellen erschlossen werden - sei es durch begrenzte, eigene Datenerhebungen durch das Observatorium oder durch die Unterstützung von und Kooperation mit Organisationen, welche sich ihrerseits mit der Sammlung von Daten beschäftigen. Diese Überlegungen zeigen auf, dass die Dauerbeobachtung von Sport und Bewegung in der Schweiz nicht isoliert aufgebaut werden kann, sondern in verschiedenerlei Hinsicht die Unterstützung von anderen Akteuren suchen muss. Zu diesem Zweck wurde einerseits eine Begleitgruppe mit Vertreter/-innen von für das Observatorium zentralen Organisationen ins Leben gerufen2, andererseits werden auch direkte Kontakte zu Personen und Organisationen aufgebaut, die im Rahmen des Forschungskonzepts 2004-2007 "Sport und Bewegung" Projekte durchführen, welche einen Beitrag zum Monitoring leisten können. Auf der Grundlage dieser verschiedenen Kooperationen soll bis zum Ende der ersten Projektphase (2006/2007) ein vollständiges Indikatorensystem entwickelt werden. Der Fortschritt der Arbeit wird dabei jährlich im Rahmen eines Berichts festgehalten, der neben den verfügbaren Indikatorenreihen und entsprechenden Kommentaren ab Ende 2004 jeweils auch eine oder zwei Vertiefungsstudien zu besonders interessierenden Themenbereichen enthalten wird. Der vorliegende, erste Bericht weicht von diesem allgemeinen Format insofern ab, als er das Schwergewicht auf eine Rekapitulation des Indikatorenkonzepts (Teil II), die Darstellung der bereits verfügbaren Indikatorenreihen (Teil III) und einen Ausblick auf die weiteren Arbeiten der kommenden Monate (Teil IV) legt, aber noch keine Vertiefungsstudien enthält. Die folgenden Abschnitte des vorliegenden Teils I enthalten überdies kurze Zusammenfassungen der weiteren Teile des Berichts. 2 Der Begleitgruppe gehören neben dem BASPO als Auftraggeber und wichtigstem Kooperationspartner die bfu, das Bundesamt für Statistik, die SUVA, die Swiss Olympic Association, das Centre International d'Etude du Sport (Neuchâtel) und das Institut für Präventivmedizin der Universität Lausanne an. Observatorium Sport und Bewegung - Zwischenbericht Februar 2004 /5 Stand der Arbeit (Zusammenfassung von Teil II) Im ersten Projektjahr des Observatoriums wurden drei zentralen Arbeitsschritte durchgeführt: 1) Konzeptstudie und erste Indikatorenselektion: In enger Zusammenarbeit mit dem BASPO wurde zwischen Frühjahr 2003 und Herbst 2003 ein Indikatorenkonzept erarbeitet, das die Grundlage für die Entwicklungsarbeit der kommenden Jahre bilden wird. Dabei wurden rund 40 Indikatorenreihen bzw. Gruppen von Indikatoren bestimmt (vgl. Teil II), die nach ihrer Wichtigkeit und Verfügbarkeit vier unterschiedlichen Gruppen zugeordnet wurden. Das Entwicklungsziel für das erste Projektjahr umfasste dabei diejenigen Indikatoren, zu denen bereits schon Daten vorliegen (Gruppen 1 und 3, vgl. Teil II). 2) Aufbau einer Begleitgruppe und Einbettung des Observatoriums in andere Initiativen: Ein Teil dieser Indikatoren - vor allem aber auch die Indikatoren, zu denen noch keine Angaben in ausreichender Qualität vorliegen (Gruppen 2 und 4, vgl. Teil II) - können nur in Kooperation mit anderen Partnern entwickelt werden. Im Herbst 2003 wurden deshalb einerseits eine Begleitgruppe bestehend aus Verteter/-innen von BASPO, BFS, bfu, CIES, SUVA, Swiss Olympic und dem Institut für Präventivmedizin der Universität Lausanne gegründet, die sich im November 2003 zum ersten Mal traf, um die Modalitäten der Zusammenarbeit zu klären. Im Rahmen eines weiteren Treffens im Februar 2004 wurde der Entwurf des vorliegenden Berichts diskutiert und die weitere Zusammenarbeit umrissen. Mit verschiedenen der erwähnten Organisationen, ausgewählten Projektverantwortlichen des Forschungskonzepts 2004-2007 "Sport und Bewegung" sowie verschiedenen Umsetzungsverantwortlichen des sportpolitischen Konzepts wurden zudem in bilateralen Kontakten erste Indikatorenreihen entwickelt und die weitere Zusammenarbeit abgesprochen. 3) Entwicklung, Darstellung und Analyse erster Indikatoren: Ab Herbst 2003 wurden die ersten Indikatoren aufbereitet. Das Resultat dieser Arbeit findet sich in Teil III des vorliegenden Berichts - eine kurze Zusammenfassung zentraler Resultate ist im folgenden Abschnitt enthalten. Zentrale Resultate (Zusammenfassung von Teil III) Die bereits vorliegenden Indikatoren zeichnen ein zwar unvollständiges, gleichwohl aber aufschlussreiches Bild des Zustands und der Entwicklungstendenzen von Sport und Bewegung in der Schweiz. Mit Bezug zu den drei zentralen Fragestellungen des Observatoriums können zwar noch keine zuverlässige Aussagen gemacht werden, doch erste vorsichtige Anworten können bereits gegeben werden: Bezüglich des "Niveaus und der Entwicklung der körperlichen Bewegung" lässt sich festhalten, dass der "Trend zur Inaktivität" offenbar gebremst werden konnte, dass aber nach wie vor ein grosser Teil der Bevölkerung nicht oder ungenügend körperlich aktiv ist. Gerade weil die Erfahrung mit früheren Bewegungsförderungsprogrammen zeigt, dass sich grosse Teile der Zielgruppe nicht oder nur zögernd zu einer Verhaltensänderung bewegen lassen, sind hier für die Zukunft innovative Ansätze gefragt, wie sie stellenweise im sportpolitischen Konzept bereits thematisiert werden. Diese neuartigen Ansätze haben vor allem auch die "Sportunfälle und -verletzungen" mit zu berücksichtigen, die sich gegenwärtig zwar stabil entwickeln, bei denen aber durchaus noch Raum für Verbesserungen besteht. Die aktuellen Kampagnen der SUVA im Observatorium Sport und Bewegung - Zwischenbericht Februar 2004 /6 Wintersport und im Fussball weisen in die richtige Richtung, weil es sich hier nicht nur um überaus populäre, sondern auch vergleichsweise risikohafte Aktivitäten handelt. Daneben dürfen aber auch auf den ersten Blick weniger wichtige Sportarten und Aktivitäten nicht vergessen werden, die im Aggregat ebenfalls einen erheblichen Beitrag zu den gesamten Sportunfällen leisten. Auf die Frage nach den "Kosten und Auswirkungen des Bundesengagements" im Sport können noch keine zuverlässigen Antworten gegeben werden. Zwar lässt sich zeigen, dass die sportspezifischen Ausgaben des Bundes in den vergangenen Jahren verhältnismässig stark angestiegen sind, da jedoch erst ansatzweise "Outcome-Messungen" existieren, lässt sich nicht beurteilen, ob die Bundesinvestitionen erfolgreich waren. Immerhin deuten die Angaben aus einigen ausgewählten Projekten jedoch darauf hin, dass das verfügbare Geld zweckmässig und zielgerichtet eingesetzt wird. Auf einer allgemeinen Ebene kann schliesslich festgehalten werden, dass die Schweiz in den fünf thematischen Bereichen des sportpolitischen Konzepts - Gesundheit, Bildung, Leistung, Wirtschaft, Nachhaltigkeit - bereits ein ansehnliches Niveau erreicht hat und auf gut etablierte Strukturen aufbauen kann. In allen Bereichen lässt sich jedoch ein weiteres Verbesserungspotential nachweisen und in gewissen Bereichen - insbesondere bei der Gesundheit und der Bildung - wird es in der unmittelbaren Zukunft nicht zuletzt darum gehen, das bereits Erreichte gegen Abbautendenzen und negative Trends zu verteidigen. Ausblick (Zusammenfassung von Teil IV) Der vorliegende Zwischenbericht enthält Angaben zu rund der Hälfte der geplanten Indikatoren. Vor diesem Hintergrund wird sich die Weiterarbeit im laufenden und den kommenden Jahren in erster Linie mit der Entwicklung der noch nicht vorliegenden Indikatorenreihen beschäftigen müssen, wobei aber auch die Pflege und Weiterentwicklung der bestehenden Daten nicht vergessen werden darf. Vor diesem Hintergrund wird ein mehrteiliges Vorgehen mit den folgenden Schwerpunkten vorgeschlagen (vgl. auch Abbildung 1 und Tabelle 5 in Teil IV): A. Weiterentwicklung bestehender Indikatoren: In diesem Teil der Arbeit geht es im wesentlichen um die Verbesserung und Weiterentwicklung von Indikatoren, welche im vorliegenden Bericht bereits dokumentiert sind. In gewissen Fällen werden hier zusätzliche Datenerhebungen und Analysen notwendig werden, während es in anderen Fällen genügt, die bestehenden Datenreihen periodisch zu aktualisieren. Teilweise involviert die Weiterentwicklung der Indikatoren zudem die Unterstützung und Beratung von Institutionen beim Aufbau und der Systematisierung von Datenbanken. Im Rahmen dieser Weiterentwicklungsarbeiten sollen auch zentrale Indikatoren vertieft untersucht und dargestellt werden. Für den Bericht des Jahres 2004 ist die Erstellung einer Vertiefungsstudie zur Entwicklung des Niveaus von Sport und körperlicher Bewegung geplant, welche detaillierte Befunde zu diesem Themenbereich enthalten wird. Darüber hinaus werden die Themen "Sportunfälle und -verletzungen" sowie "Jugend + Sport" vertieft behandelt werden. B. Neuentwicklung von Indikatoren: Da aus finanziellen und personellen Gründen nicht alle fehlenden Indikatoren simultan entwickelt werden können, müssen diese stufenweise Observatorium Sport und Bewegung - Zwischenbericht Februar 2004 /7 erhoben werden. Unterschieden wird dabei zwischen drei Entwicklungsschritten, die mit unterschiedlicher Priorität angegangen werden: i) Von besonderer Bedeutung ist die Aufarbeitung und Darstellung von Indikatoren zu zentralen Themen des sportpolitischen Konzepts, zu denen noch keine zuverlässigen Angaben vorliegen. Hier wird im laufenden Jahr ein besonderes Augenmerk auf die Bereiche "Seniorensport" und "Nachwuchsförderung" zu richten sein. ii) Parallel dazu wird die Entwicklung einer Reihe von weiteren, zentralen oder voraussichtlich zeitaufwendigen Indikatoren anzupacken sein. Hier steht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundesprojekten sowie ausgewählten Projekten des Forschungskonzepts 2004-2007 "Sport und Bewegung" (volkswirtschaftliche Bedeutung sowie Integrationsleistungen des Sport) im Vordergrund. iii) Der Start der Neuentwicklung von Indikatoren, welche als nicht prioritär eingestuft werden, ist dagegen erst für das Jahr 2005 geplant. C. Integration zusätzlicher und Elimination problematischer Indikatoren: Neben diesen Neu- und Weiterentwicklungen auf der Grundlage des bestehenden Indikatorenkonzepts darf nicht vergessen werden, dass sich während der Projektarbeit auch ein Bedarf nach der Aufnahme zusätzlicher Indikatoren ergeben könnte. Hier sind entsprechende Arbeitsreserven einzuplanen. Umgekehrt ist auch denkbar, dass sich der eine oder andere Indikator als wenig aussagekräftig oder problematisch erweist. Solche Indikatoren wären aus der Berichterstattung zu eliminieren und gegebenenfalls durch alternative Angaben zu ersetzen. D. Weitere Aktivitäten: Schliesslich gehören zum Arbeitsprogramm des Observatoriums auch die Berichterstattung, die Diffusion von Resultaten und die Aufrechterhaltung des Kontakts zur Begleitgruppe und weiteren Akteuren. Von besonderer Bedeutung sind im laufenden Jahr die Erstellung eines kurzen, informativen Berichts und einer Vertiefungsstudie zum Bewegungsverhalten in der Schweiz sowie die Redaktion des ersten, gegenüber dem vorliegenden Bericht erweiterten "Hauptberichts. Observatorium Sport und Bewegung - Zwischenbericht Februar 2004 /8
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