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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
03.000712
Projekttitel
Ergänzung und Bewertung der wiss. Dokumentation für die Planung der psychiatrischen Versorgung in der Schweiz

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Abstract
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Umsetzung und Anwendungen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Ergänzung und Bewertung der wiss. Dokumentation für die Planung der psychiatrischen Versorgung in der Schweiz
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Der Auftrag versteht sich als Zusatzmandat zur gesamten Übersicht über wissenschaftliche Informationen zur psychischen Gesundheit, psychischen Störungen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung in der Schweiz soll eine Wissensbasis geschaffen wer-den, die eine optimale Wirkung (impact) erreichen soll betreffend Relevanz für Gesundheits-politik, Gesundheitsplanung und öffentlicher Rezeption, insbesondere bei Bund und Kantonen der Schweiz.
Das Mandat beruht auf der Zusammenarbeit zwischen den beiden Auftragsnehmern, welche über den Leiter des Gesundheitsobservatoriums koordiniert wird.
Abstract
(Deutsch)

Der Leitgedanke nahezu jeder Psychiatrieplanung der vergangenen Jahre ist derjenige der Bedarfsgerechtigkeit: Der fachlich reflektierte Bedarf der Menschen mit psychischen Störungen soll planungsleitend sein, nicht der Bedarf der Institutionen oder sonstige Interessen. Dies setzt voraus, dass ausreichende Kenntnisse über Ausmass und Art des Behandlungsbedarfs verschiedener Patientengruppen sowie über die Wirksamkeit von Versorgungsstrukturen vorhanden sind - bedarfsorientierte Versorgungsplanung ist also auf Epidemiologie und Versorgungsforschung angewiesen.

Dieser Bericht will die zwischen 1993 und 2003 publizierten empirischen Informationen aus der psychiatrischen Versorgungsforschung der Schweiz sichten, zusammenfassen und im Hinblick auf ihre planerische Relevanz bewerten. Neben dem aktuellen Stand sollen auch die Probleme und schliesslich die Perspektiven der psychiatrischen Versorgungsforschung in der Schweiz dargestellt werden. Dazu wird die von Frick u. Zähringer (2005, in diesem Arbeitsdokument) recherchierte Literatur zur psychiatrischen Versorgung im Volltext gesichtet, klassifiziert und quantitativ ausgewertet. Einzelne Publikationen werden inhaltlich exemplarisch auf Aspekte ihrer versorgungsplanerischen Relevanz hin zusammengefasst und kommentiert. Schliesslich werden die Resultate aus Experten-Interviews mit Fachvertretern der Erwachsenenpsychiatrie aller universitärer Zentren sowie mit dem Präsidenten der Schweizerischen Vereinigung Psychiatrischer Chefärzte zu Stand, Problemen und Perspektiven der Versorgungsforschung zusammengefasst.

Die quantitative Auswertung der rund 70 datenbasierten Publikationen zeigt, dass Versorgungsforschung in der Schweiz zahlenmässig mit 7 Publikationen pro Jahr ein zwar institutionalisierter, aber noch wenig ausgebauter Forschungsbereich ist. Die meist deskriptiven Querschnittserhebungen bearbeiten unsystematisch eine Vielzahl von Fragestellungen, wobei Kooperationen zwischen Forschergruppen praktisch nie vorkommen.

Die exemplarische Durchsicht einzelner Veröffentlichungen im Hinblick auf ihre Planungsrelevanz zeigt auf der anderen Seite, wie nützlich Versorgungsforschung für die konkrete Planung der psychiatrischen Versorgung ist, und sie zeigt auch, dass das wissenschaftliche Potenzial hierfür in der Schweiz vorhanden wäre. Die Beispiele machen zudem deutlich, wie wichtig derartige praxisbezogene wissenschaftliche Informationen für die Weiterentwicklung einer wirksamen und patientengerechten Versorgung sind.

Die Interviews mit den Psychiatrie-Experten ergeben, dass nach ihrer Ansicht in der Schweiz viel zu wenig Versorgungsforschung betrieben wird. Mit den vorhandenen wissenschaftlichen Informationen sind effektiv bedarfszentrierte Versorgungsplanungen nicht machbar. Ein Hauptproblem dieses für die Versorgung gravierenden Mangels wird in der fehlenden Finanzierung von psychiatrischer Versorgungsforschung gesehen: Der Schweizerische Nationalfonds finanziert vor allem biologische Grundlagenforschung, das Bundesamt für Gesundheitswesen bisher fast ausschliesslich Suchtforschung. Weiter fehlt in der Schweiz eine evaluierende Kultur, in der neue Versorgungsmodelle und -einrichtungen systematisch erforscht und mit vorhandenen Modellen verglichen werden. Versorgungsforschung ist zudem bisher noch zu weit weg von der psychiatrischen Praxis, vom Erleben der Patienten und von den Handlungskonzepten in den Institutionen. In der verstärkten Verknüpfung von institutionellen, konzeptionell-methodischen und patientenzentrierten Fragestellungen könnten sich der bisher eher institutionsbezogenen Versorgungsforschung neue Erkenntnismöglichkeiten eröffnen. Versorgungsforschung ist schliesslich für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz ein bisher wenig Karriere förderndes Gebiet.

Mehrere Experten schlagen aus diesen Gründen vor, dass der Schweizerische Nationalfonds  ein Schwerpunktprogramm Psychiatrie mit besonderer Betonung der Versorgungsforschung einrichten soll.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Eine Arbeitsgruppe der GDK erarbeitet gegenwärtig den Entwurf zu Leitlinien zu "Psychiatrischen Angebotsstrukturen". Dieses Leitbild soll ab Frühjahr 2006 die bereits vorliegenden Empfehlungen und Leitlinien der GDK zur Spitalplanung ergänzen.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Meyer, Peter C. und Regula Ricka (Hrsg.): Wissenschaftliche Informationen zur psychischen Gesundheit in der Schweiz. Arbeitsdokument 7 des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums Neuchâtel, Oktober 2005