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Forschungsstelle
BLV
Projektnummer
2.03.08
Projekttitel
Bupivacain versus Lidocain-Anästhesie zur Lokalanästhesie von Lämmern; Evaluation von Carprofen zur Kontrolle der postoperativen Schmerzen

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Projektziele
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Abstract
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Lidocain, Bupivacain, Schafkastration
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
In der Schweiz ist es nicht mehr erlaubt Lämmer ohne Anästhesie zu Kastrieren. Dies ist für die betroffenen Schäfer mit einem bedeutenden Mehraufwand und Kosten verbunden und hat deshlb zu massiven Protesten geführt. Bisher wurden neugebohrene Lämmer in den ersten Lebenstagen durch das Anbringen von Gummiringen kastriert. Dies war einfach, billig und nur wenige Tiere zeigten ernsthafte Komplikationen. Intensive Forschung hat aber gezeigt, dass Gummiring Kastration mit starken Schmerzen für mehrere Tage verbunden ist.
Die Burdizzo Kastration wird bei einige Tage-Wochen alten Lämmern idR unter Lokalanästhesie durchgeführt. Dies soll zu bedeutend geringeren Schmerzen für die Tiere führen. Das dazu verwendete Lokalanästhetikum Lidocain wirkt aber nur eine Stunde und es ist damit zu rechnen, dass danach die Tiere trotz Lokalanästhesie recht starke Schmerzen leiden müssen. Aus diesem Grund haben wir vor einem Jahr die zusätz-liche Applikation von Carprofen, einem lange wirksamen nichtsteroidalen Analgetikum bei 235 Lämmern getestet. Wir haben bei älteren Tieren eine Verringerung von postoperativen Schmerzen und Schwellungen feststellen können. Zudem lernten wir, dass das Lidocain in vielen Fällen nicht zu einer vollständigen Anästhesie der zu quetschenden Region führt. Da Bupivacain ca. 3 x solange wirkt wie Lidocain möchten wir seine Anwendung in einem weiteren Versuch an Schafen im Vergleich zu Lidocain testen. Beim ersten Versuch haben wir auch gelernt, dass der Kastrator eine signifikante Auswirkung auf das Ergebnis hat. Deshalb wird dieses Mal nur der Schäfer selber kastrieren, was auch die Akzeptanz der Ergebnisse in Schäferkreisen erhöhen dürfte.
Projektziele
(Deutsch)
Durch die Anwendung von Bupivaicain sollen die unter und nach Kastration von Lämmern auftretenden Schmerzen verringert werden. Dadurch, dass Bupivacain solange wirkt kann der Schäfer Gruppen von 30 Tieren spritzen und anschliessend kastrieren, ohne dass die Gefahr besteht, dass bei einem Teil der Tiere die Wirkung des Lokalanästhetikums schon nachlässt. Damit wäre eine praktikable, für das Tier so schmerzfrei wie mögliche Kastrationsmethode gefunden.
Abstract
(Deutsch)
Im Versuch 1 wurden 201 Lämmer, 1-6 Wochen alt, bzw. 34 5-6 Monate alte Schafe unter Lokalanästhesie mit Lidocain mit Burdizzozange durch Studenten oder erfahrene Tierärzte kastriert. Zusätzlich erhielten 50 % der Schafe Carprofen s.c. und die andere Hälfte der Tiere NaCl. Vor der Kastration und nach 24 und 48 h wurde durch zwei gegenüber dem Prozedere verblindete, unabhängige Beobachter die Schmerzhaftigkeit der Hodenregion abgeschätzt. Im Versuch 2 wurden bei 27 Lämmern (4-8 Wochen) während 3 h präoperativ und für 27 Stunden postoperativ Herzfrequenz, Bewegungsaktivität und Temperatur der Hodenregion alle 10 Sek. mit einem am Tier verbleibenden Datenlogger erfasst. 14 Lämmer wurden mit Bupivacain 13 mit Lidocain lokalanästhesiert. Kastriert wurde mit Burdizzozange und Gummi durch den Schafbesitzer. Im Versuch 3 wurden 300 einen Tag bis 6 Wochen alte Schafe nach Bupivacainanästhesie durch Schafbesitzer mit Gummiringen kastriert. Die Lämmer wurden während 3 Stunden beobachtet.

Die im Versuch 1 durch erfahrene Tierärzte kastrierten Tiere zeigten deutlich weniger Schmerzen. Die Schafe mit Carprofen zeigten weniger Schmerzen (p=0.0327). Bei den Lämmern traten mit Carprofen weniger Schwellungen auf (p<0.01). Unerwarteterweise reagierte eine hohe Anzahl an Lämmern beim Quetschen der Samenstränge mit Abwehrbewegungen. Mit Bupivacain kastrierte Lämmer zeigten im Versuch 2 signifikant geringere Herzfrequenzen als mit Lidocain kastrierte, was auf eine bessere Analgesie hindeutet. Der Schafbesitzer beschwerte sich über die Unpraktikabilität der Kastration mit Burdizzozange. Alle 300 Schafe im Versuch 3 konnten problemlos durch den Besitzer kastriert werden. Es traten keine erkennbaren Nebenwirkungen des Bupivacain auf. Bupivacain wirkt doppelt bis dreimal so lange wirkt wie Lidocain. Es ist damit ideal die Schmerzen, welche nach Gummiringkastration für einige Stunden bestehen bleiben, zu kontrollieren. Obwohl Bupivacain toxischer ist als Lidocain konnten bei 300 im Felde kastrierten Lämmern keine Nebenwirkungen festgestellt werden Die Gummiringkastration ist die sicherste und für die Schäfer einfachste Kastrationsmethode. Die Lokalanästhesie mit Bupivacain mit anschliessender Kastration mit Gummiringen stellt eine sichere, einfache und bezahlbare Methode zur schmerzfreien Kastration von Lämmern dar.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
Steiner, B., Kamm, A., Bettschart-Wolfensberger R. (2003): Influences of carprofen and the experience of the surgeon on post-castration pain in lambs and young sheep. Veterinary Anaesthesia and Analgesia 30, 92-93
Publikationen / Ergebnisse
(Englisch)
Steiner, B., Kamm, A., Bettschart-Wolfensberger R. (2003): Influences of carprofen and the experience of the surgeon on post-castration pain in lambs and young sheep. Veterinary Anaesthesia and Analgesia 30, 92-93