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Forschungsstelle
BASPO
Projektnummer
2000.34111.2030.02
Projekttitel
Didaktisches Konzept für Lehrmittel zum Thema Doping

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Lehrmittel, Doping, Dopingprävention
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Die Dopingbekämpfung in der Schweiz beruht auf den 3 Säulen "Kontrollen", "Forschung" und "Information". Sie wird partnerschaftlich und sich ergänzend gemeinsam durch den Schweiz. Olympischen Verband (SOV) und das Bundesamt für Sport (BASPO) wahrgenommen. Für die erste Säule zeichnet hauptverantwortlich der SOV, für die anderen Säulen das BASPO.
Eine Schülerumfrage, welche 1994 durch das BASPO und die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA, Lausanne) durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass vor allem Schülerinnen und Schüler ab etwa 13 Jahren als Hauptzielgruppe für die Dopinginformation und -prävention in Frage kommen. Diese Altersgruppe betreibt ausserschulisch viel Sport, ist zu einem grossen Teil überzeugt, dass Doping die Leistung im Sport steigert, hat aber praktisch kein Wissen über Doping. Seit 1995 hat das BASPO deshalb verschiedene Informationsmittel erstellt. Die hauptsächlichen Zielgruppen sind dabei Athleten (mit dem Informationsmittel des Fächers), allgemein sportinteressierte Personen (Broschüre "Doping: Bekannt! Unbekannt?") und Schulen (Videofilm ab 13/14 Jahren, Begleitbroschüre, Lehrunterlagen für Lehrkräfte, Broschüre "Zur Zeit" für die Altersgruppe ab 10 Jahren). Zudem ist seit Beginn dieses Jahres eine Website mit der URL Adresse www.dopinginfo.ch in Betrieb. Die Zielgruppen wurden zusammen mit nationalen und internationalen Partnern bestimmt, wie zum Beispiel einer Arbeitsgruppe des Europarates.
Diese Informationsmittel haben einigen Erfolg erzielt. So erhielt der Videofilm 1995 einen ersten Preis in Didaktik am internationalen Sportfilmfestival in Jacca, Spanien. Zudem war die Schweiz in einigen internationalen Arbeitsgruppen (Europarat, IOK) vertreten und auch andere Partner wie Luxemburg haben die schweizerischen Informationsmittel übernommen oder wollen sie in Zukunft anwenden (Nordrhein-Westfalen, Südtirol). Die Informations- und Lehrmittel basieren auf dem Erkenntnisstand vor einigen Jahren und einige Teile (Lehrordner) sind kurz vor dem Auslaufen der Auflage.
Projektziele
(Deutsch)
Die bestehenden Lehr- und Informationsmittel sollen auf die zielgruppengerechte Wirkung überprüft werden (Sekundarstufe II allenfalls Sekundarstufe I). Eine Bedürfnisabklärung für zukünftige Lehr- und Informationsmittel soll die Basis zur Neuentwicklung sein. Ein breites didaktisches Konzept mit Vorschlägen zur Art (schriftliches Material, multimediales Material, Internet....), Inhalt und Gestaltung der Lehrmittel soll erstellt werden. Der bereits jetzt bestehende modulare Aufbau soll beibehalten und gegebenenfalls erweitert werden. Idealerweise sollen dabei die Informationsmittel je nach Bedarf und Zielgruppen "menüartig" zusammengestellt werden können. Trotz der Modularität sollen die einzelnen Module als Teil eines gesamten "Pakets" (CI, Erscheinungsbild) wirken.
Abstract
(Deutsch)
Doping-Begriff ausdehnen - "No Excuses"
"Doping" ist ein vielschichtiges Problem, das vor allem im Leistungssport von hoher Brisanz ist. Doch nur wenige Jugendliche werden mit dem Problem "Doping im Sport" in Berührung kommen und lehnen (deshalb?) den Dopingmissbrauch gemäss Umfragen mehrheitlich ab. Die Motive für die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln hingegen sind in der gesamten Bevölkerung und in allen Bereichen die gleichen: die Angst, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein, zu versagen, im Wettbewerb nicht zu bestehen, Ziele nicht zu erreichen. Hinzu kommt gerade bei Jugendlichen ein übertriebener Körperkult sowie ein übersteigerter Ehrgeiz, der durch gewisse Erwartungen von Eltern verstärkt wird. Auch dies kann zur Einnahme von Dopingsubstanzen führen.
Deshalb muss die Dopingprävention allgemeiner gehalten und das Thema "Doping" breiter gefasst werden. Es geht primär darum, das Verständnis von seiner eigenen Möglichkeiten und seiner Grenzen zu reflektieren. Die Kernbotschaft lautet: "Bevor wir an illegale, unfaire und schädliche Mittel zur Steigerung unserer (körperlichen) Leistungsfähigkeit denken, schöpfen wir die uns eigenen Möglichkeiten voll aus."
Grundsätzlich geht es also darum, den Jugendlichen aufzuzeigen, bei welchen Gelegenheiten und wie häufig sie sich selber begrenzen und so verhindern, dass sie ihr Leistungspotenzial ausschöpfen. Meistens findet diese Selbstbegrenzung dadurch statt, dass sehr schnell sehr viele Ausreden dafür gefunden werden, weshalb eine individuelle Leistungssteigerung nicht erreicht wurde oder nicht zu erreichen ist. Um dieser Haltung entgegen zu treten, wählen wir für das Gesamtkonzept den Titel "No Excuses".
Damit übernimmt das Gesamtkonzept einen Ansatz, der sowohl in der Dopingprävention als auch in anderen Bereichen der Prävention Eingang gefunden hat. Die Stärkung der individuellen Persönlichkeit und die Analyse des persönlichen Umfeldes hinsichtlich einer Verbesserung der Gesundheit im umfassenden Sinn sind dabei die tragenden Elemente.

Die zu entwickelnden Angebote sollen Lehrpersonen helfen, zahlreiche Forderungen im Rahmen ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages (Sach-, Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz) und auf der Basis eines aktuellen Lernverständnisses in neuen Lehr- und Lernformen zu erfüllen. Dabei können wesentliche Fähigkeiten/Fertigkeiten und Arbeitstechniken erarbeitet und angewandt werden. Das Thema eignet sich ideal für eine fächerübergreifende Betrachtung (z. B. Staats- und Wirtschaftskunde, Deutsch, Sport, Ethik und/oder Biologie).
Mit gut strukturierten Lehrunterlagen können (besonders auf der Sekundarstufe II) beispielsweise in Projektarbeit und -wochen, in Ausbildungs- und Prozesseinheiten auf der Berufsschulstufe oder für die selbstständige Bearbeitung von Informationen (z. B. Maturarbeit, Ergänzungsfach) eingesetzt werden.