In der vorliegenden Arbeit wird eine neue Technik im Verbundbrückenbau vorgestellt, die des Teilhaftverbundes. Sie besteht darin, vorfabrizierte Plattensegmente auf den Stahlträgern zu verlegen, diese untereinander zu verkleben, vorzuspannen und dann den Verbund herzustellen zwischen der so erstellten Fahrbahnplatte und dem darunter liegenden Stahlträger. Die Herstellung dieses Verbundes geschieht durch eine Zementmörtelinjektion in eine volumenoptimierte Fuge zwischen beiden.
Die Gestaltung dieser Fuge, ihr Verguss mit dem Injektionsgut, ihre Kapazität zur Schubkraftübertragung und die Ermittlung der erforderlichen Vorspannung zur Überdrückung der Klebefugen zwischen den Plattensegmenten sind Gegenstand der in diesem Bericht zusammengefassten Untersuchungen.
Es wurden Fugenform, Fugenbeschaffenheit und Verbundmittel variiert und aus einer Vielzahl von Ausführungs- und Laborversuchen, letztere am ICOM der ETH-Lausanne, die besten Lösungen ermittelt.
Dabei war eine Kombination aus Haftschicht und Riffelblech auf dem Stahlträger (darum
Teilhaftverbund), eine Waschbetonoberfläche der Betonplatte im Bereich der Fuge und ein spezieller
Hochleistungsinjektionsmörtel zu deren Verfüllung (fck = 75 MPa) die beste Lösung. Gegenüber einer
herkömmlichen Verbundherstellung mit Kopfbolzendübeln in einer vergleichbaren Fuge (Dübel
einreihig) konnte in "push-out"-Versuchen die Schubkapazität mehr als verdoppelt werden.
Die Untersuchungen der vor der Verbundherstellung einzuprägenden Längsvorspannung in die Fahr-
bahnplatte zeigen, dass gegenüber der herkömmlichen Lösung, nämlich der Vorspannung des
gesamten Verbundquerschnittes, Einsparungen möglich sind. In Tabellen und Faustformeln werden
dazu Angaben gemacht, die für eine Vorbemessung verwendet werden können.
Weitere Untersuchungen bezogen sich auf die Ausführungstechnik, insbesondere was die Injektion
der Fuge mit Zementmörtel betraf. Hier stand besonders die Fugendichtung im Vordergrund. Eine
50 m lange Originalfuge konnte innert einer Stunde vollständig verfüllt werden. Da dabei die Dichtung
an einer Stelle versagte, sind hier noch für diese Technik entscheidende Untersuchungen notwendig.