Partners and International Organizations
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A, B, HR, DK, FIN, F, D, GR, H, IS, IRL, I, NL, N, PL, P, SK, SI, E, S, CH, GB
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Abstract
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Die sozialen Leistungen gestalteter Naturräume, zu denen wir neben Parks und Gärten auch die stadtnahen Wälder und Stadtbäume zählen, unterliegen dem sozialen Wandel. Um dem gesamten gesellschaftlichen Nutzerspektrum einer Stadt bzw. dem stadtnahen Umland geeignete Erholungs- und Erlebnisräume zur Verfügung zu stellen, müssen die sozialpolitischen Potentiale, die in diesen Räumen liegen aktiviert werden, um ihren Sozialwert adäquat zu nutzen. Durch die Kombination des Raumangebots mit entsprechenden Dienstleistungen erfolgt eine Dynamisierung des Profils 'Grüner Leistungen' in der Stadt und ihrem Umfeld nach Massgabe nachhaltiger Prinzipien. Attraktivität und Akzeptanz für die Nutzer dieses Leistungsangebotes werden künftig die politische Legitimation der Kosten für Gestaltungs- und Managementaufgaben stärker bestimmen. Durch interkulturellen Vergleich werden die Grünen Räume von Genf, Lugano und Zürich daraufhin untersucht, inwieweit diese in der Lage sind, sozial integrative Leistungen zu erbringen. In einem ersten Schritt wurde das Sozialpotential pro Grünflächen-Einzugsgebiet, der für die Untersuchung relevanten Städte mit Hilfe eines Geographischen Informationssystems (GIS) erfasst. Dabei wurden jeweils Grünflächendaten mit soziodemographischen Daten miteinander in Beziehung gebracht. Das grösste Sozialpotential sowie die heterogenste Verteilung zwischen bestimmten sozialen Kategorien, wie ältere Personen, Jugendliche, Arbeitslose, Ausländer und Schweizer mit einer anderen Muttersprache, wurde in den Stadtzentren gefunden. Das Sozialpotential der Stadt Zürich ist speziell hoch, während die Städte Lugano und Genf eher eine homogenere Verteilung der Grünflächen und der oben erwähnten sozialen Kategorien aufzeigen, was auf ein kleineres Potential bezüglich Integration hinweist. In der zweiten Phase wurden in Grünräumen insgesamt 1186 Interviews in den ausgewählten Gemeinden der drei Agglomeration durchgeführt. Bei der Wahrnehmung der Grünflächen bezüglich Gestaltung und Dienstleistungen konnten signifikante Tendenzen festgestellt werden. Generell ist die Zufriedenheit bezüglich der Grünräumen in und um der Städte ziemlich hoch. Die Einwohner von Lugano kritisieren die Grünräume am stärksten. Sie wünschen mehr Sauberkeit, Sicherheit, und soziale Animation, was zu einer Verbesserung sozialer Kontakte in ihren Parkanlagen und den stadtnahen Wäldern führen soll. In Genf äusserten die Befragten den Wunsch, die Bedürfnisse der Kinder vermehrt zu berücksichtigen seien. Die Befragten in und um Zürich verlangten nach mehr natürlichen und ruhigen Grünflächen. Die dritte Phase beinhaltete eine postalische Befragung. In denselben Gemeinden, in denen die Interviews stattfanden, wurden Fragebogen verschickt. Damit sollten nicht nur die tatsächlichen Grünraumbesucher erfasst werden, sondern auch die potentiellen. Ungefähr 1330 Fragebogen wurden zurückgeschickt, dies entspricht einer Rücklaufquote von 16 %. Bei dieser schriftlichen Umfrage konnten viele der bei der ersten Umfrage erhaltenen Resultate bestätigt werden. Bei den Erwartungen der Befragten trat in allen Stadtregionen u. a. das Sicherheitsgefühl und die Sauberkeit in den Vordergrund. Dienstleistungen im Bereich sozialer Animation und eine mehrheitlich unspezifische Gestaltung der Grünräume ('loose-to-fit spaces') wurden speziell von jungen Leuten und Ausländern gefordert. Der hohe und zunehmende Anteil an jüngeren Migranten, Asylsuchenden und ansässigen Ausländern, v. a. in den grösseren Schweizer Agglomerationen, sollte in der städtischen Grünraumplanung mitberücksichtigt werden. Die Ansprüche der Ausländer stehen häufig im Kontrast zu denjenigen der älteren Schweizer Bevölkerung, die wegen der demographischen Entwicklung zunimmt. Der voranschreitende Prozess der Verstädterung ist verbunden mit einer Zunahme sozialer Gruppen mit speziellen Bedürfnissen bezüglich der Infrastruktur von Grünräumen. Daher müssen städtische Grünräume den Bedürfnissen der städtischen Bevölkerung, wie sie aus unserer Studie hervorgehen, vermehrt gerecht werden.
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