Partner und Internationale Organisationen
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A, CZ, DK, FIN, F, D, H, IS, IRL, I, MT, NL, N, SI, E, S, CH, GB
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Abstract
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Aufgrund struktureller Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sind manche Arbeitskräfte von steigender Arbeitslosigkeit und finanziellen Einbussen bedroht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach dem Ausmass der erwerbswirtschaftlichen und einkommensbezogenen Ausgrenzung in der Schweiz. Das Projekt zielt darauf ab, den Umfang und die Bestimmungsfaktoren dieser Formen der Ausgrenzung auf der Basis von Verwaltungsdaten der schweizerischen Arbeitslosenversicherung und der AHV und mit Hilfe sogenannter Hazardratenmodellen empirisch zu untersuchen. Als Bestimmungsfaktoren der Ausgrenzung kommen grundsätzlich zwei Faktoren in Betracht: zum einen die individuellen Voraussetzungen (z.B. Berufsqualifikation), die der Einzelne mit sich bringt ('Heterogenitätseffekt'), und zum anderen die bisherige Dauer des Verbleibs des Betreffenden im Zustand der Arbeitslosigkeit bzw. der Niedriglohnbeschäftigung ('negative Dauerabhängigkeit'). Welcher Faktor dominant ist, hat weitreichende arbeitsmarkt- und sozialpolitische Implikationen. Ist die negative Dauerabhängigkeit massgebend, erweisen sich Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlte Arbeit als Sackgassen: Je länger man im jeweiligen Zustand verharrt, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, weiterhin in diesem Zustand zu verbleiben. Die Ausgrenzung verhärtet sich. Werden Gegenmassnahmen nicht schnell ergriffen, bleibt die Ausgrenzung permanent. Sind statt dessen individuelle Defizite (Heterogenitätseffekt) entscheidend, bleiben Verhärtungen soweit aus, als es gelingt, die Mängel mit geeigneten Massnahmen zu beheben. Unsere Resultate deuten darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit und Niedriglohnbeschäftigung in der Schweiz bei der überwiegenden Mehrzahl der Betroffenen keinen Dauerzustand darstellen: Arbeitslose verschwinden nicht einfach aus der Statistik, sondern treten mit gleich hoher Wahrscheinlichkeit wie früher eine neue Stelle an. Die dabei erzielten Löhne entsprechen im Mittel jenem vor der Arbeitslosigkeit, und bei über der Hälfte der Wiederbeschäftigen steigt der Lohn innerhalb von vier Jahren deutlich an. Zudem zeigt sich, dass im Hinblick auf die Arbeitslosigkeit der Heterogenitätseffekt dominiert. Die Dauerabhängigkeit ist zwar negativ, aber nicht startk ausgeprägt. Vor diesem Hintergrund würde es sich zur Vermeidung lang anhaltender Arbeitslosigkeit anbieten, ein Triagesystem zu entwickeln, das es den Arbeitsämtern ermöglicht, Problemfälle frühzeitig zu erkennen und arbeitsmarktliche Massnahmen gezielt einzusetzen. Andererseits stellen wir ebenfalls fest, dass die vertikale Einkommensmobilität in der Schweiz vergleichsweise gering ist. In keinem OECD-Land findet so wenig Bewegung statt und, wenn ein Wechsel stattfindet, ist in keinem OECD-Land die Sprungweite so klein. Diese Beobachtung bietet keine gute Vortaussetzung, um in Anschluss an die Arbeitslosigkeit verloren gegangenen Boden wieder gut zu machen.
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