Beschreibung der Resultate
(Deutsch)
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Zwischenbericht zum Stand des TERI-Projektes (Oktober 2001 bis Oktober 2002)
Von der Discussion Group on Terrestrial Risk Indicators zu einem offiziellen OECD Pesticide Terrestrial Risk Indicator (TERI) Project
· Vorstellung eines Projektvorschlags der Discussion Group on Terrestrial Risk Indicators (DGTERI) zur Prü-fung von Risikoindikatoren für den Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf terrestrische Systeme im Rahmen einer Zusammenkunft der Risk Reduction Steering Group (RRSG) der OECD Working Group on Pesticides im Oktober 2001 am Hauptsitz der OECD in Paris; · Fertigstellung des "Report of the OECD Discussion Group on Terrestrial Risk Indicators of the Working Group on Pesticides" auf Ende 2001 unter Berücksichtigung der Kommentare der RRSG; · Ausarbeitung eines konkreten Projektvorschlags und eines Terminplans in Absprache mit der DGTERI für die nächste RRSG-Sitzung im Februar 2002; · Billigung des Projektvorschlags durch die RRSG; · Start zum OECD Pesticide Terrestrial Risk Indicator Project mittels Kick-off Meeting am Forschungs-institut für Biologischen Landbau in Frick, vom 22.-24. Mai 2002.
OECD Pesticide Terrestrial Risk Indicator (TERI) Project
Projektziele Das TERI Projekt baut auf den Erkenntnissen aus dem OECD Aquatic Risk Indicator Project (ARI Projekt) auf:
· Prüfung von verschiedenen bestehenden Indikatormodellen zur Erfassung der (i) Einsatz-möglich-keiten, (ii) Anwenderfreundlichkeit, und (iii) Transparenz. · Austausch von Erfahrungen bei der Prüfung der Indikatoren durch (i) Diskussion der Resultate unter den Projekt-partnern, (ii) durch den Aufbau eines Informations-Netzwerks, (iii) und die Unter-stützung durch Teilnehmer des ARI Projekts · Aufbereitung der Resultate unter Einbezug der RRSG, welche das Projekt im Namen der OECD Working Group on Pesticides begleitet.
Teilnehmerländer: · Deutschland, EU, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweiz, Tschechoslowakei, Ungarn, USA.
Erste Sitzung der Projektgruppe am FiBL, Frick, 22. - 24. Mai 2002
Ziele der Sitzung: · Auffrischung und Berücksichtigung der Erkenntnisse aus dem ARI Projekt; · Festlegung des Projektablaufs; · Auswahl der geeigneten Risikoindikatoren.
Deutschland (Volkmar Gutsche) konnte an der 1. Sitzung nicht teilnehmen. Dänemark und Gross-britannien möchten zu einem späteren Zeitpunkt zusteigen.
Ausgewählte Indikatoren Die Auswahl der vier Indikatoren aus einem Set von bestehenden Risikoindikatoren für terrestrische Systeme beruhte auf den nachfolgenden Kriterien, welche während der 1. Projektsitzung durch die Teil-nehmer ent-wickelt wurden: Brauchbarkeit; Berücksichtigung von Toxizität, Exposition und behandelte Fläche; Berück-sichtigung des Registrationsverlaufs der Pestiziden; Aggregationsmöglichkeiten; Möglich-keiten der Abbildung von Risikotrends; Verständlichkeit; Potential als Policy Instrument; Erfahrungsbasis des Indikators.
Name des Indikators Berücksichtigte Toxizitätsdaten Input Daten
Dutch indicator Regenwürmer, Vögel Dosierung, Verkaufsdaten Pestizide (Glas- hauskulturen), Verkaufsdaten (Freiland);
Norwegian index Regenwürmer, Vögel, Bienen Dosierung, DT50, log Pow, Aufgenommene Licht-kapazität; Verkaufsdaten 1996-2001; breakpoints
Danish Frequency of Application Toxizitätsdaten nicht berück-sichtigt Verkaufsdaten 1989-2001;
Danish Index of Load Regenwürmer, Säuger, Vögel Behandelte Flächen; Anzahl Applikationen; Verkaufszaheln
Zweite Sitzung der Projektgruppe, Telefonkonferenz vom 2. Oktober 2002 Teilnehmer Antonio Finizio (Italy), Daniel Rieder (United States), Erlend Spikkerud (Norway), Gabriela Wyss (Switzer-land), Lene Graveson (Denmark), Otto Daniel (Switzerland), Robert Luttik (Netherlands), Wolf-Martin Maier (European Commission)
Resultate der Konferenz Grundsätzlich sind die Indikatoren und deren Berechnungen einfach zu verstehen und die Gruppe entschied, dass eine Trainingslektion nicht nötig ist. Bei speziellen Fragen werden die Entwickler der Indikatoren in-di-vi-du-ell kontaktiert. Die meisten Teilnehmerländer hatten Schwierigkeiten (i) bei der Suche nach geeigneten Anwenderdaten (=Pesti-zid-verbrauch pro Jahr), (ii) oder bei der Schätzung solcher Daten. Diese Arbeitsschritte erweisen sich als sehr zeitaufwendig. Italien, die Schweiz und USA haben nur sehr eingeschränkt Daten zur Ver-fügung, z. B. können nur Daten von wenigen Jahren oder nur ausgewählten Regionen be-rück-sichtigt werden. Grundsätzlich haben aber alle Teilnehmerländer Daten mit denen sie arbeiten könnnen. Es zeigte sich, dass es nötig ist eine gemeinsame Datenbank mit Toxizitätswerten von terrestrischen Orga-nis-men aufzubauen, unter Einbezug bereits bestehender Datenbanken der Niederlande und Italien. Diese ge-meinsame Datenbank soll in der ersten Hälfte 2003 zur Verfügung stehen. Die Gruppe einigte sich darauf, dass das Geometrische Mittel von erhältlichen Toxizitätsdaten verwendet werden soll. Eine Aus-dehnung der Daten-bank auf andere, als terrestrische Organismen, soll zu diesem Zeitpunkt nicht weiter-ver-folgt werden. Alle Teilnehmerländer wollen während der nächsten Projektperiode bis Januar 2003 mit allen vier Indikatoren ar-beiten und deren Möglichkeiten vergleichen. Die Niederlande hingegen, welche bereits breite Erfahrungen mit dem Einsatz von Indikatoren hat, möchte untersuchen, warum der Danish Index of Load unter-schiedliche Re-sultate erzeugt als der Dutch Indikator. Die Schweiz plant mit Daten aus den Seenregionen Murten-, Baldegger- und Greifensee zu arbeiten. Daten sind erhältlich aus den Jahren 1997-2001. Zunächst müssen aber noch die Zugriffsrechte abgeklärt werden. Die USA möchten herausfinden, ob Aggregationen zu Beginn der Berechnungen im Vergleich zu Aggregationen am Ende einen Unterschied machen (Trend-be-rechnungen für individuelle Kulturen mit Hochrechnung über alle Kulturen gegenüber Trendberechnungen mit Hoch-rechnung über alle Kulturen von Beginn weg).
Verschiedenes · Im VBB/BSA Bulletin Nr. 6/Juli 2006 findet sich ein Artikel über das Projekt mit dem Titel "Vorstellen von Risikoindikatoren für den Einfluss von Pflanzenschutzmitteln auf terrestrische Systeme im VBB/BSA" · Eine nächste Sitzung der Projektgruppe ist auf den 30. - 31. Januar 2003 im OECD Headquarter in Paris festgesetzt worden, wo die Teilnehmerländer über ihre ersten Resultate und Erfahrungen berichten und die Weiter-führung des Projekts festlegen sollen. · Am 7. Februar 2003 wird Gabriela Wyss im Rahmen der Kolloquien der EAWAG erste Resultate und Er-fahrungen mit den ausgewählten Indikatoren vorstellen.
Frick, Oktober 2002, Gabriela Wyss
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