Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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1992/93 wurde in 32 ausgesuchten Schweizer Gemeinden eine wissenschaftliche Erhebung und Analyse der Zusam-mensetzung der Siedlungsabfälle durchgeführt. Insgesamt analysierte die EMPA Dübendorf damals 16 Tonnen Abfälle aus der ordentlichen Kehrichtabfuhr auf ihre Zusammensetzung. Gleichzeitig wurde der Einfluss soziologischer und ökonomischer Faktoren untersucht. Die Erhebungen belegen deutliche Unterschiede in der Abfallzusammensetzung zwischen den einzelnen Gemeinden, die im Wesentlichen auf unterschiedliche Anstrengungen bei den Separatsammlungen zu-rückzuführen sind. Neben der Bevölkerungsstruktur erwiesen sich die Arbeitsplatz- und Tourismusstruktur sowie die Sackgebühr als prägende Faktoren für die Menge und Zusammensetzung der Siedlungsabfälle. In den vergangenen zehn Jahren verbreitete sich die Sackgebühr noch stärker. Aber auch in Regionen ohne Sackgebühr wurden die Anstrengungen zur Verbesserung der Verwertung vorangetrieben. Diese Anstrengungen repräsentieren sich in einem kontinuierlichen Anstieg der separat gesammelten Wertstoffe auf heute über 2 Millionen Tonnen. Gleichzeitig fand eine weitere Verlagerung zu leichteren Verpackungen aus Kunststoff anstelle von konventionellen Materialien wie Glas, Metall oder Holz statt. Dies war insbesondere im Anstieg des Heizwertes der Siedlungsabfälle zu spüren. In letzter Zeit hat sich der Heizwert aber auf hohem Niveau stabilisiert. Nach über zehn Jahren ist deshalb eine Neuerhebung der Abfallzusammensetzung angezeigt.
In letzter Zeit nahmen die Anfragen von unterschiedlichsten Interessenten nach neuen Daten über die Zusammensetzung der Abfälle zu. Eine periodische Erhebung und Analyse der Siedlungsabfälle ist aber auch deshalb wichtig, weil sich daraus die Wirkung der getroffenen und die Zielrichtung neuer Massnahmen zur Verminderung der Umweltbelastung erkennen lassen. Nicht zuletzt aus diesen Interessen plant das BUWAL, die Zusammensetzung der Abfälle im Herbst 2001 und Frühling 2002 in zwei Sortierkampagnen entsprechend der Anleitung der Erhebung von 1992/93 neu zu bestimmen, zu analysieren und Veränderungen zur letzten Erhebung zu erforschen und zu diskutieren. Zur Koordination und Leitung des ganzen Erhebungsprojektes hat das BUWAL Herrn Urs Steiger vom Büro steiger texte konzepte beratung aus Luzern eingesetzt.
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Projektziele
(Deutsch)
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Im Rahmen der Neuerhebung und Analyse der Zusammensetzung der Siedlungsabfälle übernimmt die Beauftragte den Teilbereich der wissenschaftlichen Begleitung sowie der Auswertung und Interpretation der Sortierergebnisse. Dabei sollen in der Vorphase der Untersuchung in enger Zusammenarbeit mit der Projektleitung und dem BUWAL die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen abgestimmt und die zu untersuchenden 32 Gemeinden entsprechend der Strukturmerkmale der Untersuchung von 1992/93, insbesondere des Gemeindetyps, ausgewählt und überprüft werden. Dabei ist auf eine repräsentative Verteilung in städtische, ländliche, Wohn- oder Arbeitsplatzgemeinden zu achten. Die Beauftragte übernimmt die Ausarbeitung und Bereitstellung der Untersuchungs- und Auswertungsunterlagen sowie die Überprüfung der eingegangenen Erhebungsprotokolle auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Bei Unstimmigkeiten nimmt sie sogleich Korrekturen vor. Bei den Untersuchungsgemeinden erhebt sie mittels Fragebogen noch zusätzliche Informationen z.B. über die Separatsammlungen, die Kosten der Ent-sor-gung, die Sackgebühr, die Sammelhäufigkeit, die Separatabfuhren etc.
Die Beauftragte wertet die Erhebungsergebnisse nach den gängigen Kriterien aus und interpretiert und analysiert die Sortierergebnisse aufgrund sozio-ökonomischer Kriterien (z.B. Stadt/Land, arm/reich etc.) und unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Umfrage mit Fragebogen. Über die Auswertung und Analyse verfasst die Beauftragte einen Kurzbericht an den Projektleiter und das BUWAL, welcher die Grafiken und Tabellen der Ergebnisse kommentiert. Sie koordiniert mit der Projektleitung die Rückmeldungen an die beteiligten Gemeinden.
Falls es sich während dem Projektverlauf als sinnvoll und notwendig erweist, kann der Auftraggeber die Beauftragte mit zusätzlichen Analysen der Einflussfaktoren des Abfallaufkommens der Gemeinden beauftragen. Den Auftrag dazu erteilt der Auftraggeber schriftlich.
Die interpretierten Ergebnisse und allenfalls die zusätzlichen Analysen sollen in einer BUWAL-Schriftenreihe analog der Erhebung von 1992/93, Schriftenreihe Umwelt Nr. 248 "Zusammensetzung der Siedlungsabfälle der Schweiz 1992/93", einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Es ist zu erwarten, dass sich wie in der Vergangenheit wieder zahlreiche Publikationen und Ökobilanzanalysen auf diese Er-gebnisse abstützen werden.
Die interpretierten Ergebnisse und allenfalls die zusätzlichen Analysen sollen in einer BUWAL-Schriftenreihe analog der Erhebung von 1992/93, Schriftenreihe Umwelt Nr. 248 "Zusammensetzung der Siedlungsabfälle der Schweiz 1992/93", einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Es ist zu erwarten, dass sich wie in der Vergangenheit wieder zahlreiche Publikationen und Ökobilanzanalysen auf diese Er-gebnisse abstützen werden.
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Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
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Die interpretierten Ergebnisse und Analysen wurden in BUWAL-Schriftenreihe Nr. 356 "Erhebung der Kehrichtzusammensetzung 2001/02" veröffentlicht. Es ist zu erwarten, dass sich wie in der Vergangenheit wieder zahlreiche Publikationen und Ökobilanzanalysen auf diese Ergebnisse abstützen werden.
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