Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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"When you can't breath, nothing matters" (Asthma Research Campaign, American Thoracic Society 1997), d.h. "Wenn wir nicht atmen können, spielt alles andere keine Rolle mehr", doch wenn wir atmen, dann atmen wir Partikel ein. Partikel, die schädlich sind für unsere Gesundheit, haben verschiedene Quellen, sie können biologischen Ursprungs sein. oder es kann sich um anorganische Partikel handeln, z.B. Staubpartikel. Beide Partikelarten kommen unter normalen Umständen in unserer Umgebungsluft vor, oder sie werden durch bestimmte Arbeitsprozesse produziert.
Verschiedene epidemiologische Studien, die während der letzten Jahre publiziert wurden, zeigten, dass Lungenfunktion und Gesundheitszustand des Respirationstraktes von der Konzentration der Partikel in unserer Umgebungsluft abhängen. Dies gilt vor allem für sog. PM10-Partikel, d.h. Partikel, deren Durchmesser <10 µm ist, und die damit lungengängig sind. Für die Schweiz wurde berechnet, dass eine Zunahme der Konzentration solcher Partikel um 10 µm/m3 (bei einer durchschnittlichen Konzentration von ca. 20-30 µm/m3) eine Zunahme der Mortalitätsrate von 4.4% verursachen, was ungefähr 2500 zusätzlichen Todesfällen pro Jahr entspricht.
Zu diesen Partikeln gehören auch die als Asbestersatz verwendeten Glasfasern (Man Made Vitrous Fibers, MMVF), die eine Länge von 0.5-25 µm und einen Durchmesser von 0.1-2 µm besitzen. Es ist deshalb auf der einen Seite wichtig, zu wissen, wo und wie solche Partikel produziert und wo und wie sie verwendet werden, und auf der andern Seite, wo und wie solche Partikel in der Lunge wirken, wenn sie eingeatmet und auf der innern Lungenober-fläche abgelagert werden. Die Interaktion solcher Partikel mit der Luft-Lungen-Grenzflächen, resp. mit Zellen ist für die anschliessenden Wirkungsmechanismen (Abwehr-/Immun-reaktion) bestimmend. Kenntnisse über das Vorkommen solcher Partikel sowie über deren Interaktionsmechanismen mit der Lunge können Helfen eine verbesserte Risikobeurteilung vorzunehmen.
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Projektziele
(Deutsch)
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Das vorliegende Projekt soll Grundlagen für eine Beurteilung des Gefährdungspotentials verschiedener Partikeltypen, im speziellen von faserartigen Partikeln liefern. Besondere Bedeutung wird dabei den Asbest-Ersatzstoffen (hier "Man Made Vitrous Fibers"/MMVF) beizumessen sein, da die Verwendung von Asbest in der Schweiz verboten ist. Die Resultate sollen einen Beitrag zur bessern Evaluation des Gefährdungspotentials von Asbest-Ersatzstoffen leisten und damit helfen, die Notwendigkeit allfälliger weiterer Massnahmen zu beurteilen.
Darüberhinaus soll der Beauftragte bei der Weiterentwicklung des schweizerischen Umweltrechts sein Fachwissen einbringen.
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